„Ihr seid so fies, ich hole jetzt meine kleine Schwester und die versohlt euch den Allerwertesten!“ – So in etwa war das damals, als Sonny Chiba, der legendäre Street Fighter, nicht mehr gegen seine Gegner ankam. Was? Das glaubt Ihr nicht? Ist auch ausgedachter Blödsinn. Denn nachdem Sonny Chiba bereits dreimal den Helden seiner eigenen Filmreihe gab, war Feierabend. Der hier besprochene Sister Street Fighter mit Etsuko Shihomi in der Hauptrolle, war zwar ebenfalls der Startschuss einer mehrteiligen Action-Reihe, mit dem Original hat diese aber lediglich gemein, dass Etsuko bereits im ersten Teil eine Nebenrolle ausfüllte und hier Sonny Chiba ebenfalls für einen längeren Gastauftritt vorbeischaut. Die Charaktere sind zwar völlig andere, das macht aber nix, denn in diesem Kracher aus dem Hause LUCKY 7 gibt´s dafür Action noch und nöcher.

Originaltitel: Onna hissatsu ken
Alter deutscher Titel: Die Karate-Tiger
Regie: Kazuhiko Yamaguchi
Darsteller: Etsuko Shihomi, Hiroshi Miy, Sanae Obori, Sonny Chiba
Artikel von Christian Jürs
Ein Jahrzehnt, bevor in Hongkong die Women with Guns-Actionkracher mit Kampfamazonen wie Michelle Yeoh, Cynthia Khan und Moon Lee die Videotheken mit Actionstoff versorgten, war bei den Japanern bereits Etsuko Shihomi zur Stelle, um gegen Halunken ordentlich auszuteilen. Die kommt zwar ein weniger sexy daher als ihre Kolleginnen (sorry für den Sexismus), aber dafür sehr sympathisch und – das lässt sich nicht leugnen – mit Durchschlagskraft in den händen und Füßen.

Der Undercover-Bulle Hibiki (Sonny Chiba) ist verschwunden, seit er sich Zugang zu einer gefährlichen Drogenbande verschafft hat. Die Polizei ist verzweifelt und bittet seine Schwester Koryu (Etsuko Shihomi) um Hilfe bei der Suche nach dem verschwundenen Hibiki. – Bitte was? – Ja, richtig gelesen, die Kampfsport erprobte kleine Schwester wird von den hilflosen Polypen gebeten, ihre Arbeit zu machen – und die macht sie dann auch. Mit Hilfe ihres Onkels Gyokudo (Hiroshi Kondo), der ebenfalls um das Wohl Hibikis besorgt ist, macht sie sich auf die Suche und stößt schon bald immer wieder auf immer neue Schergen des Gangsterbosses Kakuzaki (Kengo Miyaji). Der trägt nicht nur lässig Sonnenbrille, er hält derweil auch Hibiki gefangen und pumpt ihn voll mit Stoff – Warum? Weil er es kann! Doch der ist fast schon harmlos gegen seinen Schergen Inubashiri (Masashi Ishibashi), der vor gar nichts zurückzuschrecken scheint.

Viel mehr Story bedarf es nicht, um hier ein wahres Actionfeuerwerk abzufeuern, denn hier folgen die Martial Arts-Szenen Schritt auf Tritt. Dabei erstaunt, dass die ersten Actionszenen ziemlich mau gefilmt und choreografiert wurden und immer wieder offensichtlich vorbei geschlagen wird, da die Kameraperspektive mal wieder unglücklich gewählt wurde. Na toll, dachte ich mir, doch Etsuko Shihomis kumpelhafter Charme und ihre offensichtlich gut ausgeprägten, sportlichen Fähigkeiten hielten mich bei der Stange. Zum Glück, denn von Actionszene zu Actionszene wird die Nummer besser, die Kamera wilder und der Härtegrad höher. Fast so, als hätten hier zwei unterschiedliche Regisseure ihren Dienst verrichtet. Wenn dann im Finale Sonny Chiba auch noch mitmischen darf und einen echt guten Punch drauf hat, der egal in welcher Kameraeinstellung, perfekt sitzt, dann lacht das Martial Arts-Herz. Die obligatorischen Splatter- und Nackedei-Einlagen gibt´s als Bonus obendrauf.

Zwar gefielen mir die drei Vorgängerfilme The Steet Figher – Der Wildeste von allen, Return of the Street Figher – Der unerbittliche Vollstrecker und The Street Fighter´s Last Revenge, die ebenfalls im Hause Lucky 7 erschienen sind, allesamt ein wenig besser, trotzdem ist Sister Street Fighter ein großer, bunter und schneller Spaß für den Freund schundiger Unterhaltung voller Prügel, Splatter und Vergewaltigungs-Szenen (!). Ein wenig wie Der Tiger von Osaka in der Light-Variante, denn der geht nochmal derber ab – und erschien übrigens ebenfalls im Hause Lucky 7.
Was es sonst noch zu sagen gibt: Die Qualität ist toll, die Synchro ebenfalls. Im Bonusbereich befinden sich Trailer, Werberatschlag und eine Bildergalerie. Die Scanavo-Box steckt in einem stabilen Pappschuber (teilweise Hochglanz), im Inneren befinden sich mal wieder ein bedruckter Bierdeckel und ein kleines Filmplakat. Mal wieder eine sehr liebevolle Veröffentlichung eines unterhaltsamen Filmes.
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