Obwohl Steven Spielberg, insbesondere in den Achtzigern, das Kino mit seinen sensationell erfolgreichen Blockbustern nachhaltig prägte, blieb der Oscar-Segen zunächst aus. Doch mit seinem 1993 in den US-Kinos gestarteten Meisterwerk Schindlers Liste war es endlich so weit und die längst überfällige Ehrung fand schließlich statt. Von insgesamt zwölf Nominierungen bekam das Kriegs-Drama sieben Goldjungen verpasst, darunter die wichtigen Preise für beste Regie und den besten Film. UNIVERSAL PICTURES, im Vertrieb von PLAION PICTURES, spendierten dem Filmklassiker jetzt eine Neuauflage im limitierten Steelbook. Grund genug, sich dieses Mahnmal ins Gedächtnis zurückzuholen, denn nie wieder ist jetzt!

Originaltitel: Schindler´s List

Regie: Steven Spielberg

Darsteller: Liam Neeson, Ralph Fiennes, Ben Kingsley, Embeth Davidtz, Jonathan Sagall, Caroline Goodall

Artikel von Christian Jürs

1993 war wohl das erfolgreichste Jahr in Steven Spielbergs Karriere. In den USA starteten mit nur wenigen Monaten Abstand zunächst Jurassic Park und etwas später dann Schindlers Liste. Hierzulande musste man auf Letzteren bis März 1994 warten. Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass das Kriegs-Drama als Favorit in die Oscar-Verleihung gehen würde, die nur drei Wochen nach dem hiesigen Kinostart stattfand. Ausgezeichnet wurde Schindlers Liste schließlich mit den Oscars für Schnitt, Szenenbild, Kamera, adaptiertes Drehbuch, Musik, Regie und Film. Liam Neeson und Ralph Fiennes gingen leider unverdient leer aus.

Die Handlung des Films sollte soweit bekannt sein, weswegen ich nur kurz darauf eingehen werde. Es ist die Geschichte von Oskar Schindler (Liam Neeson), der im Jahr 1939 ins besetzte Krakau zieht, wo er eine Emaillewaren- und Rüstungsfabrik eröffnet, um vom Krieg zu profitieren. Sein jüdischer Buchhalter Itzhak Stern (Ben Kingsley) unterbreitet ihm den Vorschlag, auf billige, jüdische Arbeiter zurückzugreifen. Für Schindler eine lukrative Entscheidung, für die jüdischen Bewohner ein sicherer Schutz, denn kriegswichtige Arbeiter werden nicht ins Konzentrationslager abtransportiert. Also erstellen Stern und Schindler eine Liste von jüdischen Angestellten, die er dem zuständigen SS-Kommandanten Amon Göth (Ralph Fiennes) übergibt, zu dem Schindler ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. Belustigt von dessen Einsatz, bewilligt der sadistische Göth ihm die Arbeiter, die fortan sicher in der Deutschen Emailwarenfabrik (DEF) dem Kriegsgräuel zunächst entgehen können. Als die Arbeiter trotzdem nach Auschwitz deportiert werden, greift Schindlers Gewissen. Er setzt all sein Vermögen ein, um die Menschen, die für ihn arbeiten, vor dem sicheren Tod zu bewahren.

Dass Schindlers Liste ein großartiges Meisterwerk ist, dass sowohl auf handwerklicher- wie auch auf inhaltlicher Ebene geradezu perfekt funktioniert und den meisten Menschen nahegehen wird, brauche ich im Prinzip nicht zu schreiben. Die Schauspieler und Schauspielerinnen sind allesamt toll, die Filmmusik von John Williams ein meisterhafter Score, der eine solche Traurigkeit versprüht, dass ich beim Erklingen der ersten Töne bereits losheulen könnte und Steven Spielberg war zu diesem Zeitpunkt auf dem Höhepunkt seines Schaffens. Schindlers Liste ist ein Film, der auch heute noch (oder gerade heute) im Geschichtsunterricht auf dem Lehrplan stehen sollte. Und keine Sorge, liebe Kids, denn trotz seiner Laufzeit von über drei Stunden wird dieser Film zu keinem Zeitpunkt langweilig oder verfügt über Leerlauf. Dies ist Steven Spielberg at it´s best.

Als ich damals im Kino saß, erlebte ich etwas, das sonst nie vorkam. Nicht nur, dass während der Pause im Mittelteil des Films bedrückende, aber vor allem respektvolle, Stille herrschte; obwohl der Saal ausgebucht war und die Klimaanlage leider versagte, wodurch die Luft zum Schneiden war und die Temperatur auf eine unangenehme Hitze anstieg, blieb der komplette Saal geschlossen und still bis zum Ende des Abspanns sitzen, um den Opfern, Überlebenden und Oskar Schindler selbst Tribut zu zollen. Ein beeindruckendes Erlebnis, welches man nur sehr, sehr selten im Kino erlebt.

Beim kürzlich erschienenen Steelbook handelt es sich um ein stylisches Repack der normalen Amaray-4K-UHD-Auflage. Die Bildqualität ist großartig und besitzt eine tolle Schärfe für einen Film, der mittlerweile über dreißig Jahre auf dem Buckel hat. Der Ton in Dolby Atmos ist ebenfalls beeindruckend. Auf der Bonus-Blu-ray befinden sich fünf sehenswerte Featurettes. Insbesondere Schindlers Liste: 25 Jahre später, ein Special im Rahmen des Tribeca Film Festivals, bei dem sich Steven Spielberg, gemeinsam mit den Darstellern Liam Neeson, Ben Kingsley, Embeth Davidtz und Caroline Goodall zurückerinnert, ist toll. Aber auch das über 70-minütige Special Stimmen aus der Liste, bei dem es sich um eine Dokumentation handelt, in der Holocaust-Überlebende ihre Erfahrungen preisgeben, ist absolut fantastisch.

Auch wenn ich nach Feierabend eher Der weiße Hai oder einen Film der Indiana Jones-Trilogie (!) in den Player werfe, so ist doch Schindlers Liste ein wichtiger und großartiger Film, der in jedes Sammler-Regal und in die Köpfe der Menschen gehört.

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