Die Horror-Sensation des Jahres wurde endlich von UNIVERSAL PICTURES, im Vertrieb von PLAION PICTURES, im hiesigen Heimkino veröffentlicht. Regisseur Curry Barker kam die Idee zu seinem Sensationserfolg durch Sichtung einer Simpsons-Halloween-Episode (Treehouse of Horror II aus der 3. Staffel), in der Homer eine Affenpfote kauft, die Wünsche erfüllen kann. Hier wie dort gehen diese Wünsche jedoch nach hinten los. Dies kann man von den Beteiligten an Obsession – Du sollst mich lieben allerdings nicht behaupten, denn sowohl Regisseur als auch Darsteller haben einen enormen Karriereschub aufgrund des überraschenden Erfolgs bekommen. Ob der Hype gerechtfertigt ist, habe ich in diesem Artikel nochmals ergründet. Als Bonus bekommt Ihr eine Videokritik obendrauf, die ich zum Kinostart mit Filmkritiker Max Stascheit aufgezeichnet habe.

Originaltitel: Obsession
Drehbuch und Regie: Curry Barker
Darsteller: Michael Johnston, Inde Navarrette, Cooper Tomlinson, Megan Lawless
Artikel von Christian Jürs
Dinge, die auf magische Weise Wünsche erfüllen können, sind in Horrorfilmen mit Vorsicht zu genießen, schließlich hat uns die Vergangenheit gelehrt, dass diese meist nicht so in Erfüllung gehen, wie erhofft. In Wish Upon fand Joey King eine magische Box, die zwar ihre Mutter ins Leben zurückholen konnte, allen anderen jedoch den Tod brachte. Der Wishmaster hatte ebenfalls nichts Gutes im Sinn und verdrehte die Wünsche der Menschen in tödliche Fallen. Lediglich in Wishcraft hatte der Protagonist mehr Glück, als er sich mit einem magischen Totem wünscht, dass sein Highschool-Schwarm ihn unendlich liebt. Okay, ein Killer wird daraufhin eifersüchtig, aber immerhin klappte es mit dem Mädel.

Von so viel Harmonie kann Bear (Michael Johnston) nur träumen. Der ist nämlich unsterblich in seine Arbeitskollegin Nikki (Inde Navarrette) verschossen, traut sich aber nicht, ihr sein Herz auszuschütten. Dabei hat er sich das alles so schön vorgestellt. Er offenbart ihr seine Liebe und überreicht ihr auch noch ein Geschenk, dass er in einem Esoterik-Laden erstanden hat. Doch im letzten Moment kneift er und nutzt das als Präsent gedachte One Wish Willow, ein magisches Stück Holz welches genau einen Wunsch erfüllen kann, aus Verzweiflung selbst. Sein Wunsch: Nikki solle ihn mehr lieben als alles andere auf der Welt.
Schwupps, ist Nikki wie verwandelt und offenbart Bear, dass sie ihn wirklich, wirklich liebt. Doch die Sache hat natürlich einen Haken, denn Nikki verhält sich fortan extrem anhänglich, was Bear zunächst in vollen Zügen genießt. Doch immer mehr wird aus Leidenschaft eine toxische Beziehung. Nikki lässt ihren Liebsten nicht mehr aus den Augen, was ihre befreundeten Arbeitskollegen Ian (Cooper Tomlinson) und Sarah (Megan Lawless) mehr als nur kritisch beäugen. Nach und nach wird auch Bear bewusst, dass er einen schrecklichen Fehler begangen hat, denn Nikki verhält sich zunehmend creepy und neigt dazu, sich selbstzerstörerisch und aggressiv zu verhalten.

Das Budget betrug gerade einmal 750.000$, eingespielt hat Obsession – Du sollst mich lieben weltweit hingegen bereits mehr als 500 Millionen Dollar. Ein sattes Geschäft, nicht nur für die Produzenten, auch für Cast and Crew. Regisseur und Drehbuchautor Curry Barker inszeniert nicht nur gerade eine Horrorkomödie namens Anything but Ghosts, in der auch wieder sein Kumpel Cooper Tomlinson, neben Stars wie Bryce Dallas Howard, auftreten darf – er wird auch in Kürze einen neuen Texas Chainsaw Massacre-Streifen angehen. Hauptdarsteller Michael Johnston wird zudem im nächsten Mumien-Film an der Seite von Brendan Fraser zu sehen sein. Und Inde Navarrette? Die wird die Rolle der Rogue im X-Men-Universum übernehmen und hoffentlich für ihre Leistung in Obsession – Du sollst mich lieben eine Oscarnominierung verpasst bekommen. Es wäre zumindest gerechtfertigt.
Wenn Ihr mich fragt, dann ist der Hype um Obsession – Du sollst mich lieben absolut gerechtfertigt. Ein toller, wirklich origineller Horrorfilm, der zum Nachdenken und Diskutieren einlädt. Klar, wer einen Hochglanz-Splatterstreifen erwartet, der wird enttäuscht werden. Effekte gibt es nur wenige, an Ausleuchtung wurde auch gespart und bekannt sind die Darsteller bisher auch nicht gewesen. Dies macht der Film dank seiner frischen Ideen, der Inszenierung und den tollen Jungschauspielern aber allemal wieder wett. Ach ja, und den ein oder anderen überraschenden Moment gibt es auch noch obendrauf. Ich bin begeistert. Mehr dazu im unten beigefügten Video.

Mir lag zur Rezension die DVD in Rohlingform vor. Diese verfügt über eine zweckdienliche Bildqualität. Ich würde empfehlen, zur Blu-ray zu greifen, da der Streifen, wie erwähnt, oftmals in dunklen, wenig ausgeleuchteten Räumen spielt. Im Bonusbereich gibt´s auf Scheibe einen Audiokommentar und eine Behind-the-Scenes-Featurette.
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