Bevor RoboCop 1987 die Kino-Charts stürmte, glaubte niemand so recht an den Erfolg von einem Film, in dem ein ermordeter Cop als wandelnde Blechbüchse zurückkommt, um in Detroit für Recht und Ordnung zu sorgen – erst recht nicht mit so einem trashig klingenden Titel wie eben RoboCop. Regisseur Paul Verhoeven belehrte die Zweifler eines Besseren und legte einen großen, satirischen und bis heute verehrten Kino-Hit aufs Parkett. Da verwundert es nicht, dass das strauchelnde Filmstudio Orion Pictures drei Jahre später eine Fortsetzung ins Box Office-Rennen schickte, in der Peter Weller nochmal ins Blechkostüm schlüpfte und die kein Geringerer als Sequel-Spezialist Irvin Kershner inszenierte. Ob RoboCop 2, den CAPELIGHT PICTURES jetzt in 4K-UHD veröffentlicht, qualitativ an dessen Kult-Fortsetzung Das Imperium schlägt zurück heranreichen kann, verrate ich in meiner Kritik.

Regie: Irvin Kershner
Darsteller: Peter Weller, Nancy Allen, Tom Noonan, Belinda Bauer, Dan O’Herlihy, Patricia Charbonneau
Artikel von Christian Jürs
Die Marke RoboCop entwickelte sich nach dem überraschenden Erfolg des ersten Teils nach und nach zu einem Franchise, dem zwei Sequels, ein Remake, sowie zwei Real- und zwei Animations-Serien folgten. Computerspiele, Comics und allerlei Merchandising kamen obendrauf. Zwar konnte man nie wieder an den Erfolg von Paul Verhoevens Originalfilm anknüpfen, doch Hollywood hält weiterhin am Robo-Bullen-Konzept fest und so kündigte Amazon MGM Studios jüngst eine neue Serien-Adaption an, in der Dan Stevens in die Rolle von Alex Murphy schlüpfen soll. Das soll uns aber nicht kümmern, denn heute werfen wir gemeinsam einen Blick auf RoboCop 2.

Die Metropole Detroit ist immer noch pleite und versinkt weiterhin in Verbrechen, Korruption und Gewalt, während die Polizisten wütend streiken um für bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Lediglich ein paar wenige von ihnen verrichten weiterhin ihren Dienst, auch der einst im Dienst gefallene Alex Murphy (Peter Weller), der als re-animierter RoboCop weiterhin dem Verbrechen den Kampf angesagt hat. Sehr zum Missfallen des mächtigen Großkonzerns Omni Consumer Products (OCP), bzw. seiner Führungsperson, die jedem nur als „alter Mann“ (Dan O’Herlihy) bekannt ist. Der droht dem amtierenden Bürgermeister Marvin Kuzak (Willard Earl Pugh) mit Zwangsvollstreckung, sollte die Stadt ihre Schulden nicht in Kürze begleichen.
Doch Detroit steht mittlerweile vor einem weit größeren Problem, denn der hinterhältige und durchaus wahnsinnige Verbrecher Cain (Tom Noonan) überflutet die Stadt mit Hilfe seiner brutalen Gang mit der neuen Designerdroge Nuke, die sofort high und abhängig macht. RoboCop und seine Kollegin, Officer Anne Lewis (Nancy Allen), stellen sich der Gefahr. Doch Cains Leute überwältigen den Blechmann und demolieren ihn aufs äußerste. Damit spielen sie OCP in die Hände, die bei der Reparatur RoboCop umprogrammieren und lächerlich machen, während sie insgeheim an einem Nachfolgemodell arbeiten, welches fortan für Recht und Ordnung sorgen soll.

„Tot oder lebend, Du kommst mit mir!“ – der von Paul Verhoeven meisterhaft inszenierte Rachefeldzug des zum modernen Frankenstein-Monster umgebauten, ehrbaren Polizisten in RoboCop ist Kult, keine Frage. Auch heute noch wirkt der Streifen ultrahart, nicht nur im später erschienenen Unrated Directors Cut, der mittlerweile auch bei uns den Segen der FSK erhalten hat. Das war nicht immer so, denn selbst die R-Rated-Fassung musste bei uns damals noch ordentlich Federn lassen. RoboCop 2, von dem nur die R-Rated-Version existiert, gibt sich redlich Mühe, ebenfalls mit harten Szenen zu punkten, doch die sind deutlich zahmer geraten, so dass die FSK damals „nur“ drei Schnitte anordnete, um eine Freigabe zu vergeben. Mit Grauen erinnere ich mich noch an die FSK 16-Kaufhausfassung, die ich mir mit einem Kumpel damals aus Spaß zugelegt habe. Dort wurden mit der groben Heckenschere ganze Szenenblöcke entfernt und sogar schwarzhumorige Szenen, wie die Magna-Volt-Werbung mit Gaststar John Glover radikal entsorgt. Heute kaum mehr vorstellbar, denn mittlerweile ist natürlich auch RoboCop 2 in der unzensierten Kinofassung erhältlich – auch in diesem Mediabook. Jugendgefährdend ist hier nun wirklich nichts nach heutigen Sehgewohnheiten.
Irvin Kershners Sequel punktet mit ordentlich inszenierter Action und spart auch nicht mit Ironie. So gibt es auch hier wieder stark überzeichnete Werbeeinblendungen und Nachrichtensendungen, die mit schwarzhumorigen Meldungen um sich schießen, doch diesmal ist das alles noch ein wenig plakativer und alberner als noch im Vorgänger. Auch die Tatsache, dass die rechte Hand von Obergangster Cain ein 12 Jahre altes Kind ist, unterstützt den etwas alberneren Comiccharakter dieses Sequels. Alles ist etwas platter und bunter als zuvor (Robos Rüstung leuchtet jetzt auch stahlblau), unterhaltsam ist die Nummer trotzdem.

Die Bildqualität der neuen 4K-Variante ist sensationell. Die Farben leuchten auf dem Bildschirm, die Schärfe stimmt und auch der Sound ist eine Wucht (wahlweise in 2.0 Stereo oder im DTS-HD Master Audio 5.1-Upmix). Im Bonusbereich hat capelight pictures ebenfalls richtig rangeklotzt. Zwei Audiokommentare, diverse Trailer, ein sehr sehenswertes Making Of, ein Special zu den Spezialeffekten, ein Interview mit Comicautor Steven Grant, seltenes Videomaterial zur Produktion, zwei Fotogalerien und ein 48-seitiges, stabiles Booklet (nur Mediabook) – mehr geht einfach nicht.
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