Dog Soldiers (2002) – Ab sofort als Mediabook (4K UHD / Blu-ray / 2 DVDs) im Handel erhältlich

Regisseur Neil Marshall, der im Jahre 2005 mit THE DESCENT – ABGRUND DES GRAUENS einen der besten Horrorfilme der jüngeren Vergangenheit ablieferte, ist gerade auf dem Weg eine ganz große Nummer in Hollywood zu werden, da seine Neuinterpretation von HELLBOY in den Startlöchern steht. Koch Films bringt uns sein Debutwerk jetzt erstmals in HD (und UHD) in einem rundum sorglos Paket ins heimische Wohnzimmer. Wir haben einmal mit den Wölfen geheult und verraten Euch, ob sich die Anschaffung lohnt.

Regie: Neil Marshall

Darsteller: Sean Pertwee, Kevin McKidd, Emma Cleasby, Liam Cunningham

Artikel von Christian Jürs

Schaut man als Horrorfan rückblickend auf die Filmgeschichte des Werwolfs, so fällt auf, dass diesem recht wenige und vor allem auch noch wenig wirklich gelungene Streifen über die Jahregewidmet wurden. Wenn ich ehrlich bin, dann gibt es nur knapp ein Dutzend Filme dieser Kategorie, die für mich als brauchbar durchgehen (die HARRY POTTER Filme einmal außen vor gelassen). Die Spitze dieser Liste führt der Kultfilm AMERICAN WEREWOLF an, dicht gefolgt von DER WERWOLF VON TARKER MILLS, DAS TIER, DER FLUCH VON SINIESTRO und natürlich DER WOLFSMENSCH. Lobend erwähnen möchte ich noch Jack Nicholson in WOLF und den atmosphärischen Videothekentrasher UNDERGROUND WEREWOLF. Lasst mich kurz überlegen… Ja, hier irgendwo könnte man DOG SOLDIERS ansiedeln, auf Platz 8 der besten Werwolffilme aller Zeiten, noch vor dem überbewerteten BAD MOON und dem herrlich doofen DAS TIER 2 mit Sybil Danning als Werwolfkönigin Lupina…ach nee, dass war ne andere. Egal, kommen wir zu unserem eigentlichen Anliegen: DOG SOLDIERS (PS: Nein, TWILIGHT und UNDERWORLD zähle ich nicht zu den typischen Werwolf Filmen!)

Wir befinden uns in einem schottischen Wald (der in Wirklichkeit weitestgehend in Luxemburg und Norwegen gefilmt wurde), in dem eine Militäreinheit ausgebildet wird. Doch der junge Neuankömmling Private Cooper (Kevin McKidd) wehrt sich gegen die grausamen Psychospiele seines Vorgesetzten Captain Ryan (Liam Cunningham). Dieser verlangt von seinem Schützling, dass er einen unschuldigen Hund exekutiert, was dieser verweigert. Als Ryan dann selbst den Abzug tätigt, wird Cooper handgreiflich und fliegt aus der Truppe. Derweil wird ein campendes Pärchen unweit von einem Werwolf in Stücke gerissen. Soweit zur gelungenen Eröffnung. Die uns gleich die Bösewichte in Form des / der Werwölfe (ja, wir haben hier eine ganze Wolfsfamilie) und des perversen Captain Ryan präsentieren. Letzterer wird dämonisch gut von Liam Cunningham verkörpert, der einen wahrhaft hassenswerten Auftritt abliefert. Doch auch der Held der Geschichte, in Form des aufmüpfigen Private Cooper, hat hier bereits seinen Auftritt.

Vier Wochen später, also passend zum nächsten Vollmond, findet nun eine Militärübung statt, bei der die Einheit von Sergeant Harry G. Wells (Sean Pertwee), in der Cooper mittlerweile untergekommen ist, gegen die von Captain Ryan antreten muss im Kriegsspiel. Ein Hauch von PREDATOR weht durch den Film, denn in beiden Werken marschiert uns schleicht ein Männertrupp durch das Geäst. Was hier nur leider fehlt sind die Pointen und sympathischen Charaktere des Arniefilms, was dazu führt, dass sämtliche bislang nicht genannte Protagonisten der Truppe als Kanonenfutter dienen, deren Schicksale dem Zuschauer am Allerwertesten vorbei gehen.

Doch Marshall weiß scheinbar um dieses Manko und erhöht nach kurzer Figureneinführung flott das Tempo, sodass es für einige der Darsteller einen harten Brexit gibt, sobald der erste Werwolf auf der Bildfläche erscheint. Natürlich findet man aber zuvor noch das gegnerische Team, bzw. dass, was von ihm übrig ist. Sprich, einen Haufen Eingeweide und sonstiges Gematsche. Doch natürlich ist ein Mann von ihnen noch am Leben: Der böse Captain Ryan, der jedoch so schwer verletzt ist, dass er mit dem Leben ringt. Dass es dem Fiesling kurze Zeit später wieder besser geht, verwundert bei der Erstsichtung zunächst, hat aber einen triftigen Grund, den sich jeder hier wohl denken kann.

DOG SOLDIERS folgt fortan dem “Zehn kleine Ihr wisst schon”-Prinzip und geht dabei nicht gerade zimperlich vor. Der rote Lebenssaft spritzt gar reichhaltig und so mancher Tod könnte auch aus TUKER UND DALE VS. EVIL stammen. So spießt sich einer der Männer versehntlich auf der Flucht vor einem der Monster selbst auf. Dumm gelaufen. Nein, Bierernst nimmt Neil Marshall die Situation definitiv nicht. So gibt es einen Charakter, dem bei der Begegnung mit dem Werwolf die Eingeweide freigelegt werden. Das ist aber noch lange kein Grund abzukratzen. Flugs werden die Gedärme wieder zurück in den Wanst geschoben und schon wird die Flucht weiter angetreten, zwar gestützt von den Kollegen und mit allerlei Schmerzensschreien, aber mal ehrlich, einen härteren Hund hab ich in der Filmgeschichte noch nicht erlebt. Ein reiner Männerfilm ist DOG SOLDIERS aber nicht geworden. Im weiteren Verlauf der handlung taucht plötzlich Megan (Emma Cleasby) mit ihrem Wagen auf, in dem sie die übrig gebliebenden Soldaten in Sicherheit bringt. Zumindest scheint es so…

DOG SOLDIERS ist ein charmanter, kleiner B-Horrorfilm mit guten, handgemachten Effekten. Zwar bleibt eine realistische Figurenzeichnung weitestgehend auf der Strecke, doch Marshall macht dies durch Tempo und Splattermomente wieder wett. Für einen Debutfilm muss man aber neidlos zugestehen: Hut ab!

Lange hat es gedauert, bis hierzulande eine HD-Version von DOG SOLDIERS erschien. Dazu muss man wissen, dass die bisherigen Veröffentlichungen in anderen Ländern allesamt nicht das gelbe vom Ei sein sollen. Doch KOCH FILMS veröffentlicht den Film von einem neuen 4K-Master, welches wohl die bislang bestmögliche Variante darstellt. Zwar ist das Bild der Blu-ray, die ich getestet habe, ein wenig “milchig” und Filmkorn gibt es auch zu bestaunen, doch verschafft gerade dieses Manko das richtige B-Film Flair. Die UHD Variante soll noch wesentlich stärker sein, jedoch fehlt mir immer noch die Hardware, um diese zu testen. Der Ton ist auf jeden Fall auf der Blu-ray schon mehr als ordentlich. Auch rockt das Mediabook im Bonusbereich. So gibt es alles vom Booklet, einem Audiokommentar, Trailer, Featurettes, eine Dokumentation, Interviews, etc. Besonders toll fand ich den Kurzfilm COMBAT, der die abendliche Annäherung von Männlein und Weiblein in einer Bar als Kriegsschauplatz darstellt. Hat mir sehr gefallen.

Stellt sich dem Fan nun die Frage, ob man dieses rundum Sorglos Paket mit satten 4 Scheiben benötigt oder ob man abwartet, bis eine günstigere Single-Disc Variante in den Handel kommt. Ein Fehlkauf wäre diese schöne Edition jedenfalls nicht.

Trailer:

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