The Assent – Unterwirf dich der Dunkelheit (2019) – ab sofort als Blu-ray, DVD & VoD erhältlich!

Wem die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown noch nicht Horror genug ist und sich für die erzwungenen Stunden auf der heimischen nach angenehmer Grusel-Unterhaltung sehnt, der könnte in THE ASSENT – UNTERWIRF DICH DER DUNKELHEIT (2019) ein passendes Programm finden. Wir haben uns den Exorzismus-Schocker aus dem Hause Koch Films / Black Hill Pictures mal zu Gemüte geführt und verraten euch, ob sich eine Sichtung lohnt oder ob hier nur gestandene Allesglotzer auf ihre Kosten kommen!

Originaltitel: The Assent

Drehbuch & Regie: Pearry Reginald Teo

Darsteller: Robert Kazinsky, Peter Jason, Caden Dragomer, Florence Faivre, Hannah Ward…

Artikel von Christopher Feldmann

Exorzismus-Horror ist mittlerweile ein echtes Sub-Genre geworden. Natürlich thront immer noch William Friedkins Klassiker THE EXORCIST (1973) über so ziemlich allen Streifen dieser Art, was aber findige Produzenten nicht davon abhält, jedes Jahr mindestens einen neuen Schocker auf den Markt zu prügeln, in dem finstere Dämonen ausgetrieben werden müssen. Man denke nur an Machwerke wie DER LETZTE EXORZISMUS (2010), ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN (2014), THE EXORCISM OF ANNA ECKLUND (2016) oder FORSAKEN (2016), die allesamt immer nur dadurch auf sich aufmerksam machten, dass sie sich recht offensichtlich bei Friedkins Film bedient haben. Mittlerweile ist diese Spielart des okkulten Horrors so ziemlich aus den Kinos verschwunden und dümpelt im DVD-Regal umher. Genau dort gehört auch THE ASSENT (2019) hin, der bis auf einen hochwertigen Look und eine nette Idee lediglich Genre-Standard bietet.

Handlung:
Joel (Robert Kazinsky) hat es nicht leicht. Nachdem seine Frau bei einem Autounfall ums Leben kam, muss er sich alleine um den gemeinsamen Sohn Mason (Caden Dragomer) kümmern. Gar nicht so einfach, muss Joel seinen Lebensunterhalt doch mit Nebenjobs bestreiten, um das Sorgerecht zu behalten. Zu Schaffen macht ihm auch seine Schizophrenie. Als aus heiterem Himmel auch noch die Babysitterin kündigt, steht der alleinerziehende Vater vor einem Scherbenhaufen. Auch mit Mason scheint derweil etwas nicht zu stimmen, verändert sich die Wesensart des Jungen doch drastisch und er beginnt Dinge zu sehen, die für andere unsichtbar sind. Leidet das Kind unter derselben Krankheit wie sein Vater oder sind hier andere Mächte am Werk. Pater Lambert (Peter Jason) zumindest glaubt an Letzteres, denn nachdem er von dem Fall gehört hat, macht er sich auf, um an Mason einen Exorzismus durchzuführen.

Es ist nicht einfach, ergiebige Zeilen zu einem Film wie THE ASSENT (2019) zu schreiben, gehört das Exorzismus/Geister/Dämonen-Horrorgenre nicht unbedingt zu meiner persönlichen Präferenz, was sich schon darin äußert, dass mein Interesse vorab ziemlich gering war. Klar, THE EXORCIST (1973) ist ein großartiger Film, ein wegweisender Klassiker aber auch kein Feature, dass unbedingt in meinen Player wandern müsste. Anders als bei anderen Genres, bin ich in Sachen Horror eher penibel, denn wenn mich der vorliegende Film nicht in den ersten 10 bis 15 Minuten packt, kann ich ihn eigentlich vergessen. Nicht so bei diesem Streifen hier, den habe ich natürlich in Gänze durchgezogen. Nicht weil ich wollte, sondern weil ich musste, denn wie bei all den anderen dreihundertdrölfzigste ähnlich gelagerten DVD-Premieren, hat mir THE ASSENT wahrlich wenig Begeisterung abgerungen.

Das liegt vor allem an der Tatsache, dass auch hier nichts Neues geboten wird. Das Drehbuch aus der Feder von Regisseur Pearry Reginald Teo ist über alle Maßen Standard und klopft munter die gängigen Klischees ab, die man mittlerweile auch irgendwie erwartet. Das Kind, dass mit zunehmender Laufzeit more creepy wird und irgendwann mit verzerrter Stimme spricht wie einst Linda Blair, der Erziehungsberechtigte, der langsam aber sicher verzweifelt und natürlich der, mit allen (Weih)wassern gewaschene Priester, der an seine Grenzen kommt. Man könnte THE ASSENT schon fast als Rip-Off bezeichnen, so offensichtlich sind die Bezüge zum Friedkin-Film. Um das Ganze auf eine angemessene Laufzeit von 90 Minuten zu strecken, streut man natürlich die altbekannten Spannungsszenen und Jump-Scares ein, die sich mit Standard-Dialogen und religiösem Geschwafel die Klinke in die Hand geben. Man muss schon ziemlich abgehärtet sein, um hier wirklich bis zum Ende am Ball zu bleiben. Das liegt nicht daran, dass der Film überaus schlecht wäre, er ist nur unfassbar egal und auch stellenweise öde, hat man doch alles – und ich meine wirklich alles, schon mal gesehen, mal besser, mal schlechter.

Das trifft nicht nur auf den Plot zu, sondern auch auf die schablonenhaften Figuren, die hier die Szenerie füllen. Robert Kazinskys Figur ist eigentlich schon fast die interessanteste Person in diesem Sammelsurium gängiger Genre-Konventionen, jedoch gibt ihr das Skript nur das Minimum an Aufmerksamkeit. Zwar wird hin und wieder seine Schizophrenie thematisiert, zum Tragen kommt die Krankheit allerdings nicht. Hier wäre durchaus Material für interessante Szenen vorhanden gewesen, es wird aber nicht genutzt. Lediglich auf den letzten Metern versucht der Film die Zuschauer zu überraschen. Kein schlechter Kniff aber aufgrund der behäbigen und wenig originellen 80 Minuten zuvor, verpufft der forcierte Twist so schnell wie er auf dem Bildschirm erschienen ist. So etwas hätte funktionieren können, hätte man es besser vorbereitet. Der Rest der Besetzung macht indes ebenfalls wenig her. Peter Jason gibt den grimmigen Exorzisten, dessen Gefängnisaufenthalt, nachdem ein Kind während eines Exorzismus ums Leben kam, auch irgendwann nicht mehr sonderlich relevant ist. Von allen Figuren, ist seine fast schon die unheimlichste, scheint der Kindstod für ihn keine große Rolle zu spielen. Also ich würde ihm meines nicht anvertrauen. Ach, und dann ist da noch Caden Dragomer, dessen einzige Aufgabe es ist, möglichst creepy in der Gegend herumzustehen. Business as usal eben.

Was man THE ASSENT allerdings zu Gute halten kann, sind die handwerklichen Qualitäten, sieht der Film doch glücklicherweise nicht wie der gängige Horrorramsch aus dem unteren Videothekenregal aus, sondern überzeugt mit einer hochwertigen Optik, einer guten Lichtsetzung und einem pointierten Schnitt. Regisseur Pearry Reginald Teo, der in den letzten Jahren mehrere gering budgetierte Horrorfilme gedreht hat, hat durchaus das Zeug für eine stimmungsvolle Inszenierung und auch das Setting wird anständig genutzt. Effekttechnisch backt er aber kleine Brötchen und bis auf ein paar nette Einstellungen mit netten Gruselbildern, müssen sich Zuschauer öfters mit einem Verfremdungseffekt zufrieden geben, der aussieht, als hätte man ihn bei Instagram aus der Filter-Bibliothek entwendet. Bei all den Negativ-Punkten, lässt sich aber zumindest festhalten, dass ich schon wesentlich schlechtere Filme aus diesem Bereich gesehen habe, ein großer Wurf ist er aber deswegen noch lange nicht.

Koch Films hat den Schocker in den gängigen Heimkino-Medien veröffentlicht. Die Blu-ray bietet eine sehr gute Bild- und Tonqualität, bei der vor allem die Schärfe und Druck des Sounds stimmen. Auch in Sachen Extras hat die Scheibe etwas zu bieten. Neben einer Bildergalerie und dem Trailer, sind ein Behind-the-Scenes-Featurette und Interviews mit dem Regisseur und dem Komponisten zu finden.

Fazit:
THE ASSENT – UNTERWIRF DICH DER DUNKELHEIT (2019) ist generische Horror-Kost und der dreihundertdrölfzigste Versuch, die Motive aus William Friedkins THE EXORCIST (1973) zu recyceln. Dabei herausgekommen, ist ein fader Gruselfilm, der zwar handwerklich sauber ist aber inhaltlich nur Standard bietet, den man schon im Dutzend gesehen hat. Kein Film, der irgendjemanden hinter dem Ofen hervorlockt aber für Allesglotzer einen zumindest nicht allzu schmerzhaften Lückfüller darstellt.

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