Was wäre das Fest der Liebe ohne die klassische Charles Dickens Weihnachtsgeschichte, in der der gefühlskalte Ebenezer Scrooge von drei Geistern heimgesucht wird, die ihn zu einem besseren Menschen machen? Was? Die Geschichte ist Euch zu kindgerecht? Kein Problem, dann greift doch einfach zu Richard Donners zeitgemäßerer Variante, in der Billf#ckingMurray als fieser Leiter einer Fernsehanstalt das gleiche Schicksal ereilt. PARAMOUNT PICTURES HOME ENTERTAINMENT spendierte dieser zynischen, aber ebenso weihnachtlichen Version des Märchens jetzt ein 4K-Update.

Originaltitel: Scrooged

Regie: Richard Donner

Darsteller: Bill Murray, Karen Allen, John Forsythe, John Glover, Robert Mitchum, Alfre Woodard

Artikel von Christian Jürs

Saurer Regen… Drogensucht… Internationaler Terrorismus… Autobahnmörder… jetzt ist es mehr denn je Zeit sich der wahren Bedeutung von Weihnachten bewusst zu werden. Versäumen sie nicht Charles Dickens unsterblichen Klassiker SCROOGE. Ihr Leben könnte vielleicht davon abhängen.

Mit diesen extrem düsteren Worten wirbt der Trailer zur großen Live-Ausstrahlung einer extrem aufwändigen Aufführung des Charles Dickens Klassikers Scrooge beim TV-Sender IBC. Eine fatale Entscheidung, denn nach der Sichtung dieses schockierenden Trailers verstirbt eine alte, herzkranke Dame. Für Frank Cross (Bill Murray), dem ausführenden Produzenten des Senders, eine gute Nachricht, denn damit ist die Show in aller Munde.

Es ist nicht die einzige Verfehlung, die Frank dieser Tage begeht. So feuert er einen seiner treu ergebenen Angestellten, den schüchternen Eliot Loudermilk (Bobcat Goldthwait), als dieser es wagt, Kritik am gerade gesehenen zu üben, fristlos – an Heiligabend. Generell haben Franks Angestellte nicht viel zu lachen oder von ihrem Boss zu erwarten, bekommen die meisten von ihnen als Weihnachtsgratifikation doch lediglich ein Handtuch, einschließlich seine treu ergebene Sekretärin Grace Cooley (Alfre Woodard) und sein eigener Bruder James (John Murray).

Die Liste an Boshaftigkeiten, die Frank in seinem Leben begannen hat, ist lang. Doch jetzt ist das Maß voll und plötzlich steht ihm sein verstorbener, nicht mehr ganz taufrischer Ex-Boss Lew Hayward (John Forsythe) gegenüber, der eine Warnung ausspricht. Drei Geister werden ihn heimsuchen und ihm vor Augen führen, was seine miese Grundeinstellungen für Folgen hat und hatte – an vergangenen- , der gegenwärtigen- und natürlich an zukünftigen Weihnachten. Dabei wird ihm auch vor Augen geführt, dass er die Liebe seines Lebens, die bezaubernde und aufopfernde Claire Phillips (Karen Allen), einst verließ, um beim TV-Sender die große Karriere zu machen. Einer von vielen Fehlern, wie er an dieser Weihnacht lernen wird.

Regisseur Richard Donner, dessen Gaunerkomödie Maverick ich erst kürzlich am Wickel hatte, gelang das Kunststück, die klassische Weihnachtsgeschichte in ein modernes Gewand zu verpacken, bei dem Erwachsene und Kinder (keinesfalls kleine Kinder, dafür hat der Film teils zu gruseliges Make Up zu bieten) gleichsam viel Spaß haben. Bill Murray ist herrlich zynisch und nimmt hier sein alter Ego, den Nachrichtensprecher Phil Connors aus der Kultkomödie Und täglich grüßt das Murmeltier, quasi vorweg. Es ist im Nachhinein erstaunlich, wie viele Parallelen beide Filme tatsächlich besitzen, wobei der Zeitschleife-Streifen in Punxsutawney letztlich die Nase vorn behält.

Trotzdem, Die Geister, die ich rief ist absolut sehenswert und schafft es bei mir locker in die Top 5 der beliebtesten Weihnachtsfilme. Lediglich das Ende ist etwas drüber und ungelenk geraten, wenn der geläuterte Frank seine eigene TV-Inszenierung crasht. Das hervorragende Spiel Murrays macht dieses kleine Manko aber locker wieder wett und außerdem hinterlässt das Ende (inklusive Abspann) ein paar echte Gute-Laune-Vibes beim Publikum, sodass man darüber gar nicht böse sein kann. Hinzu kommt, dass der Film mit vielen tollen Schauspielern in Gastrollen aufwarten kann (u.a. John Glover, Buddy Hackett, Lee Majors,…), was den Filmfreund zusätzlich erfreut.

Erfreulich ist auch die ausgesprochen gute Bildqualität der mir vorliegenden 4K-Scheibe. Auch der Ton ist top, die Synchronfassungen liegen aber alle lediglich im Stereoton vor, während die englische Sprachausgabe in 5.1 aufgespielt wurde. Macht aber nix, der unveränderte Kinoton ist spitze. Ebenso spitze sind die zahlreichen Featurettes die als Bonus auf der Scheibe vorliegen, sowie ein Audiokommentar von Regisseur Richard Donner.

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