Argentinien? Nun, da denke ich zunächst an Steak Häuser und Fußball, doch LIGHTHOUSE HOME ENTERTAINMENT hat da einen weltoffeneren Blick als ich und präsentiert uns einen Horrorfilm aus Südamerika. Dieser handelt von einer Teenagerin, deren Wunsch es ist, Hexenkünste zu erlernen, was ihre spießigen Eltern gar nicht gerne sehen. Rechtzeitig zu ihrem 18. Geburtstag scheint sich dieser Wunsch zu erfüllen, als eine Unbekannte ein eigenartiges Präsent vor ihrer Haustür ablegt. Klingt durchaus interessant und nicht alltäglich, weswegen ich einen Blick riskiert habe. Hier mein Bericht.

Originaltitel: Juego de brujas

Drehbuch und Regie: Fabián Forte

Darsteller: Denise Bárbara, Martín Borisenko, Natalia Grinberg, Virginia Lombardo, Lourdes Mansilla

Artikel von Christian Jürs

Wie ich bei der Recherche zu Witch Game feststellen musste, ist Regisseur Fabián Forte kein Unbekannter auf unserer Webseite. Letztes Jahr hat Kollege Christopher Feldmann seinen Vorgängerfilm Rise of the Demons, bei dem es sich, wie unschwer am Titel zu erkennen ist, ebenfalls um einen Horrorfilm handelt, besprochen. Nach Dämonen widmet er sich nun also den Hexen – schaun mer mal.

Kinder sind ein Geschenk. Sie sind niedlich und wenn sie einen anstrahlen, weiß man, dass man etwas richtig gemacht hat. Doch sie bleiben natürlich nicht so klein und bilden im Laufe der Zeit eine eigene Persönlichkeit, die Eltern zur Verzweiflung bringen können. So auch Mara (Lourdes Mansilla), die ausgerechnet ihren 18. Geburtstag nicht feiern darf, da sie sich mit einem Jungen trifft, was ihren Eltern, insbesondere ihrem Vater, gar nicht schmeckt. Und so schließt sie sich in ihrem Zimmer ein, wo sie mit Hilfe von Tarotkarten, Büchern und Computern versucht, Hexenkünste zu erlernen. Diese Probleme hat ihre jüngere Schwester Sofia (Denise Barbara) freilich nicht, spielt die sich doch als Vorzeigekind auf, welches stets brav die Schulbank drückt und freundlich zu ihren Eltern ist.

Als eine fremde Dame eines Abends eine geheimnisvolle Box vor der Haustür ablegt, die Mara sich umgehend schnappt, scheint sich ihr Wunsch zu erfüllen. Zunächst lässt sich diese zwar nicht öffnen, als sich die junge Frau daran aber verletzt und ein Blutstropfen auf die Schatulle tropft, öffnet sich der Verschluss wie von Zauberhand und offenbart eine geheimnisvolle VR-Brille, die ein namenloses Hexenabenteuerspiel beinhaltet.

Schnell verliert sich Mara in dem Spiel, welches sie in die Welt eines geheimnisvollen Hauses entführt, in dem eine Hexe ihr erste Zaubersprüche beibringt, mit denen Mara gegen einen bösartigen Dämon antreten soll. Doch was zunächst wie ein harmloses Spiel erscheint, verwandelt sich in blutigen Ernst, als Realität und die Virtuelle Welt miteinander verschmelzen und Sofia von einem bösen Dämon entführt wird. Mara bleibt nichts anderes übrig, als ihre Hexenkräfte zu festigen und ihre Schwester aus den Klauen der Bestie zu befreien. Ihr zur Seite stehen die Hexen Astrid Kyteler (Virginia Lombardo) und Bea Magyar (Natalia Grinberg) und der Magier Leonel Arrieda (Ezequiel Rodriguez), die sie unter ihre Fittiche nehmen und ihr ein paar immer heiklere Aufgaben stellen, die Mara auf ihrem Weg meistern muss, um diese Nacht zu überleben. Denn am Ende muss sie sich dem Dämon bei einem Kampf auf Leben und Tod stellen.

Über weite Strecken handelt es sich bei Witch Game mehr um einen Fantasy- als Horrorfilm, der mit allerlei schrägem Hokus Pokus daherkommt und sich seltsam ernst nimmt. Ich gebe zu, ich tat mich schwer damit, die Zauberspruchschulung Marke Harry Potter für Gruselfans ernst zu nehmen. Hinzu kommt, dass der Film mit einem sichtlich kleinen Budget auskommen muss und nicht jeder Effekt überzeugt. Vor allem aber sind es die drei magischen Begleiter, die wirken, als schaue man gerade eine Folge Prinzessin Fantaghiro und keinen ernstzunehmenden Horrorstreifen.

Was aber überzeugt ist die großartige Ausleuchtung des Sets und die überzeugend agierende Hauptdarstellerin. Sie schafft es, gegen ihre eigentlich recht unsympathische Figurenzeichnung anzuspielen und so Spannung zu erzeugen. Horrorfans kommen dann in der letzten Viertelstunde auf ihre Kosten, wenn endlich der Dämon in Aktion tritt. Der finale Twist (den ich allerdings habe kommen sehen) rettet den Film schließlich aus der Belanglosigkeit. Zum einmaligen Schauen durchaus geeignet.

Bild- und Tonqualität sind gut, die Synchro geht in Ordnung und als Bonus gibt es ein Wendecover ohne FSK-Logo.

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