The Barn (2016) – Ab sofort auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich

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Die 80er sind wieder voll angesagt. Seien es Killerclowns oder andere „merkwürdige DInge“, sie alle kommen zurück. Bereits 2016 wurde dem käsig-kultigen Direct-to-VHS-Horror gehuldigt und zwar in Form des hier vorliegenden Dämonen-Slasher-Splatter-Streifens THE BARN. Ob sich der Blick in die Scheune des Grauens lohnt, klären wir im Artikel.

Drehbuch & Regie: Justin M. Seaman

Darsteller: Mitchell Musolino, Will Stout, Lexi Dripps, Nikki Darling (aka Nikki Howell), Ari Lehmann, Linnea Quigley

Artikel von Christian Jürs

Sam (Mitchell Musolino) ist ein echter Halloweenfan und liebt es den Leuten einen Schrecken einzujagen. Die neue Kirchenvorsteherin Ms. Barnhart (Linnea Quigley) weiss ein Liedchen davon zu singen. Sehr zum Leidwesen von Sams Vater, der seinem Jungen die Frage stellt, ob er wirklich als der Halloweenkasper nach Beendigung des letzten Schuljahres in seinem kleinen Geburtsort in Erinnerung bleiben will, ehe er aufs College wechselt und seiner Heimat den Rücken zukehrt. Deshalb verbietet er ihm auch die Teilnahme an der anstehenden Halloweenfeier.

Doch Sam pfeift auf die Anweisungen seines Vaters und rekrutiert seinen besten Kumpel Josh (Will Stout) und eine Handvoll anderer Freunde, darunter seine heimliche Liebe Michelle (Lexi Dripps), um bei einem Halloween-Rockkonzert nochmal so richtig die Partysau rauszulassen. Auf dem Weg dahin machen die jungen Leute einen Zwischenstopp bei einer gruseligen Scheune des Nachbarorts, zu der einige schauerliche Geschichten existieren. Es kommt wie es kommen muss und die Kids entfesseln ungewollt drei gruselige Dämonen, die unter den Freunden und Dorfbewohnern ein Blutbad anrichten. Doch die Kreaturen haben die Rechnung ohne die Halloweenfans Sam und Josh gemacht, die sich ihren Feiertag nicht versauen lassen wollen…

Heidewitzka, was uns I-ON New Media hier serviert braucht sich hinter Großproduktionen wie STRANGER THINGS in Sachen Retrofeeling nicht zu verstecken. Denn fehlendes Budget machte Drehbuchautor und Regisseur Seaman mit unglaublichem Einfallsreichtum wieder wett. So wurden Kameratechnik und Beleuchtung im Stile der wilden Video-80er genutzt und weitestgehend auf Handkameraeinsätze verzichtet. Die handgemachten Effekte dieses Splatterevivals sehen zudem großartig aus und versprühen einen Charme, der einen wehmütig an die guten alten Handmade Tage des Videothekenhorrors erinnern lässt – nur diesmal auch Hierzulande komplett uncut. Ebenso die Masken der Monster sind genial, allen voran der Kürbis mit den brennenden Kerzen in den Augenhöhlen. Viele dieser Effekte wurden erst durch eine Kickstarterkampagne ermöglicht, die das sehr niedrige Budget ein wenig in die Höhe schrauben konnte und somit ein finales Massaker an der Dorfgemeinschaft finanzierte.

Auch bei der Besetzung dürft Ihr Fanservice erwarten, denn Seamann konnte für kleine Nebenrollen den Ur-Jason Ari Lehmann gewinnen (nein, nicht der Kartoffelsack-Killer, sondern der mongoloide Junge, der Adrienne King in den Tümpel zog) und die wundervolle, 80er  Königin des B-Films Linnea Quigley, die wir ja kürzlich auch interviewen durften.

Aber auch die Jungdarsteller geben sich redlich Mühe und so überzeugen vor allem Mitchell Musolino und Will Stout in den Hauptrollen. Aber auch Lexi Dripps weiss als schüchterner Loveinterest durchweg zu gefallen. Für die Tittenquote sorgt derweil „Nikki Darling“, die tatsächlich wie eine brünette Reinkarnation der jungen Ms. Quigley wirkt und ihre zwei überzeugenden Argumente ganz dem Vorbild entsprechend mehrfach ins Bild rückt.

Splatterherz, was willst du mehr? Nun ja, ein wenig mehr Bonusmaterial als lediglich der Trailer wäre wünschenswert gewesen, um einen Einblick in die Dreharbeiten zu erhalten. Auch hätte ich mir ein paar Infos zu dem tatsächlich existierenden 8-Bit Videospiel THE BARN erhofft. Die Synchronisation ist auch nicht ganz so dolle, aber nicht halb so schlecht, wie man es häufiger in den Foren des Netzes zu lesen bekommt, da die Hauptfiguren mit recht ordentlichen Sprechern besetzt wurden. Lediglich die ein- oder andere Nebenrolle klingt etwas lust- und talentloser, aber diese Figuren segnen meist recht fix das Zeitliche. Zur Not kann man ja immer noch auf die Originalspur wechseln.

Danke I-ON New Media für diesen kleinen Kulthorrorfilm mit Revivalfeeling. Justin M. Seaman hat derweil übrigens Segmente von diversen Horroranthologien gereht. I-ON, übernehmen Sie.

Trailer:

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