Transylvania 6-5000 (1985) – Ab sofort in 3 Mediabook-Varianten im Handel erhältlich

1133total visits.

Auf den Spuren von Frankensteins Monster begeben sich zwei Reporter eines Käseblatts ins ferne Transsilvanien. Doch statt des tumben Riesenmonsters finden die Zwei jede Menge tumber Ortseinwohner, die ihnen das Leben schwer machen. WICKED VISION hat die Komödie mit Kultbesetzung, darunter Jeff Goldblum und Geena Davis, jetzt in 3 Mediabookvarianten und erstmals auf Blu-ray veröffentlicht. Wir haben mal reingeschaut.

Drehbuch und Regie: Rudy De Luca

Darsteller: Jeff Goldblum, Ed Begley Jr., Carol Kane, Jeffrey Jones, Geena Davis

Artikel von Christian Jürs

Ein Video aus dem fernen Siebenbürgen lässt den Chefredakteur (Norman Fell) eines amerikanischen Schmierenblattes aufhorchen. Auf diesem sieht man einen Mann, der vor dem vermeintlichen Frankensteinmonster flieht. Eine sensationelle Meldung, wie ihm scheint. Deshalb müssen sich zwei seiner Reporter aufmachen, das Geheimnis im Namen der Pressefreiheit zu lüften.

So begeben sich der zu höherem berufene Jack Harrison (Jeff Golfblum) und der trottelige Sohn des Chefredakteurs Gil Turner (Ed Begley Jr.) in den ersten Flieger gen Transsilvanien, wo die beiden nicht gerade freundlich empfangen werden. Der schmierige Bürgermeister Lepescu (Jeffrey Jones) stellt die beiden Neuankömmlinge bloß, als er von der Suche nach dem Monster erfährt. Warum nicht gleich Dracula suchen? Immerhin befinden sie sich in dessen Heimat. Der creepy Hotelpage Fejos (Michael Richards) lässt derweil keine Gelegenheit aus, dem verängstigten Gil das Fürchten zu lehren, während Harrison, der die ganze Suche für eine Farce hält, verzweifelt versucht, mit der jungen Mutter Elizabeth (Teresa Ganzel) anzubändeln. Doch als die von der Suche nach Frankenstein erfährt, sucht sie fix das Weite. Mehr Glück scheint derweil Gil bei den Frauen zu haben, da ihm ein dauergeiler, weiblicher Vamp (Geena Davis) nachstellt, während ein schräger Diener (John Byner) ihn gerne als „Meister“ bezeichnet, während selbiger von seiner dauergeilen Frau (Carol Kane) von der Arbeit abgehalten wird…

Es ist nicht leicht, die Handlung dieser von Rudy DeLuca geschriebenen und inszenierten Komödie wiederzugeben. DeLuca, der sich einen Namen als Darsteller und Autor diverser Mel Brooks Streifen (u.a. HÖHENKOLLER) gemacht hat, pfeift hier auf eine wirklich nachvollziehbare Handlung und den kultigen Humorton, den seine Brooks-Werke einst hatten. Nein, TRANSYLVANIA 6-5000 dürfte humorigen Feingeistern wohl die Haare ergrauen lassen. FRANKENSTEIN JUNIOR ist meilenweit entfernt. Hier ist dagegen Nonstop Nonsens angesagt. Und so kalauern sich die Darsteller fröhlich durch die Gruselkulisse, bei der man ihnen den Spaß an der Sache deutlich ansieht. Vor allem Ed Begley Jr. als trotteliger Journalistensohn, Jeffrey Jones als schmieriger, geheimnisvoller Bürgermeister und Michael Richards, der gerne mal mit abgetrennten Gliedmaßen schockt („Daas ist luuustig. Sähän sie?“) sorgen hier für harmlos-spaßige Momente, während Jeff Goldblum als missverstandener Profireporter durch eher leise Töne überzeugt.

Kurz nach Filmstart muss sich der Synchronfan hier auf etwas gefasst machen. Denn wenn Jeff Golfblum den Mund öffnet, ertönt ungewohnterweise das Organ Heiner Lauterbachs, der einst auch Kevin Costner in THE UNTOUCHABLES synchronisierte. Eigentlich kein großes Problem, da Lauterbach seine Sache gut macht und erstaunlich gut passt. Schräg wird es jedoch, wenn der an seiner Seite agierende Ed Begley Jr. spricht, denn der wird hier von Arne Elsholtz gesprochen, der jahrelang der Stammsprecher Goldblums war. Doch man gewöhnt sich recht schnell daran, zumal Elsholtz auf Trottel Gil weit mehr zu tun und zum kaspern bekommt. Abgerundet wird die Synchronisation durch Sprecher wie Tommi Piper, Fred Maire, Klaus Kindler und Norbert „Homer“ Gastell, die dieses kleine Manko schnell vergessen machen. Es soll noch eine Synchronisation aus dem Jahre 2000 existieren, in der Elsholtz dann auf Goldblum gesetzt wurde, jedoch war diese wohl nicht aufzutreiben und hat ansonsten eh die unbekannteren Sprecher. Passt also.

WICKED VISION präsentiert den Film erstmals in HD in einer brandneuen 4K Restauration, die sich wirklich sehen lassen kann. Natürlich kann der Film sein Alter nicht verbergen, doch wurde hier in Sachen Bild (1,85:1) das Maximum rausgeholt. Auch der Ton (Deutsch und Englisch in DD 2.0) ist sauber und kann sich hören lassen. Dazu gibt es ein 24 seitiges Booklet in Deutsch und Englisch von David Renske, zwei Audiokommentare (u.a. mit Regisseur DeLuca), den Trailer, TV-Spots, Storyboard und die unausweichliche Bildergalerie.

Wer also Spaß an schrägem Nonsens hat, der wird mit dieser liebevollen Edition fündig. Ich rufe derweil mal die titelgebene Nummer an, vielleicht geht Geena ja ran und vereinbart ein Date. Aber den Vampirfummel muss sie dabei anziehen, sonst bin ich raus.

Trailer:

Zurück zur Startseite