Wie bringt man seine Frau um… (1965) – Ab sofort auf DVD und erstmals auf Blu-ray im Handel erhältlich

Jack Lemmon war zeitlebens nicht nur ein großartiger Charakterdarsteller, sondern auch einer der Könige der Screwball-Comedy. Ob an der Seite von Tony Curtis oder Walter Matthau, Lemmon war immer für einen Lacher als sympathischer Sidekick gut. Den vorliegenden Film muss er auf den eigenen Schultern tragen. Er mimt einen überzeugten Single, der im Vollsuff die Stripperin einer Junggesellenabschiedsparty ehelicht und fortan nicht mehr los wird. Dass die Gute nur italienisch spricht, macht es nicht leichter für den gestressten Herrn. Es gibt nur eine Möglichkeit: Die Dame muss verschwinden, koste es, was es wolle. Ob ihm dies gelingt, könnt Ihr dank EXPLOSIVE MEDIA (in Zusammenarbeit mit KOCH FILMS), die den Film auf DVD und erstmals auf Blu-ray veröffentlichten, herausfinden.

Originaltitel: How to Murder Your Wife

Regie: Richard Quine

Darsteller: Jack Lemmon, Virna Lisi, Terry-Thomas, Claire Trevor

Artikel von Christian Jürs

Aufgepasst, liebe Ehemänner. Dieser Film ist für Euch. Bereits im Vorspann wird uns dies klargemacht, denn eine Stimme aus dem Off erklärt uns, dass die Damenwelt bei diesem Filmtitel reißaus nimmt. Also, liebe Herren, verbringt die Dame des Hauses die Laufzeit dieser Entsorgungsanweisung für staatlich Angetraute lieber dort, wo sie hingehört: In der Küche!

Diese weisen Worte stammen übrigens von Charles (Terry-Thomas), einem Spitzenbutler, der es sich in den Kopf gesetzt hat, nur für Junggesellen zu arbeiten. Glücklicherweise ist sein derzeitiger Arbeitgeber Stanley Ford (Jack Lemmon) ein überzeugter Lebemann und Schürzenjäger, der seine Frauen bei Tagesanbruch wieder aus dem Penthouse jagt. Beruflich ist er Comiczeichner für eine Tageszeitung, der mit seinem alter Ego, Geheimagent Bash Bramigan, einen Hit gelandet hat. Sein Erfolgsgeheimnis ist, dass er nur zeichnet, was er auch selbst erlebt hat, weswegen er, zusammen mit seinem Butler und ein paar Schauspielern, die brisant-gefährlichen Situationen, die sein Comicheld erlebt, zunächst so realitätsnah wie möglich durchspielt. Der Kunde möchte halt nicht belogen werden.

Doch eines Tages wendet sich das Blatt für den Glückspilz, der von seinem Butler dank fettfreiem Essen und ausgewogenem Trainingsprogramm fit gehalten wird. Als er einen ausschweifenden Junggesellenabschied besucht, bei dem die Braut dem Bräutigam einen Korb gibt (woran Stanley nicht ganz unschuldig ist), geht es mal wieder feuchtfröhlich zur Sache. Am nächsten Morgen wacht unser Ex-Junggeselle dann neben einer attraktiven Blondine (Virna Lisi) auf, die zur Feier des Tages aus der Torte gesprungen kam. Es stellt sich heraus, dass er die junge Dame noch in der Nacht vom Fleck weg geheiratet hat. Der Versuch, den Irrtum aufzuklären bleibt unerhört bei der glücklichen Fremden, die zu allem Ärger auch nur italienisch spricht.

Von nun an gerät sein Leben ordentlich aus den Fugen. Der Butler läuft weg und sein Idealgewicht kann Stanley, dank ständigem, äußerst leckerem italienischen Essen auch nicht mehr halten. Aus seinem Comicsuperhelden wird ein Ehetrottel, dem allerlei Missgeschicke geschehen, was jedoch bei den Lesern äußerst gut ankommt und sogar neue, weibliche Interessenten dazugewinnen lässt. Doch Stanley ist ein Stiesel, der sein Glück nicht erkennen mag und plant daher, zumindest für die Comicehefrau, dass sie verschwinden muss. Deshalb inszeniert er, zusammen mit seinem zurückgewonnenen Butler, die Ermordung der Guten, gedoubelt durch eine Schaufensterpuppe, da die Comics ja immer auf wahren Erlebnissen beruhen müssen. Als Ms. Ford dann allerdings wirklich verschwindet, gerät Stanley nicht nur in Erklärungsnot, sondern sogar unter Mordverdacht…

Wie bringt man seine Frau um… gehört nicht unbedingt zu den bekanntesten Werken aus der Filmograhie Jack Lemmons. Mir selbst war die Existenz dieses Filmes zudem gar nicht bewusst, weswegen ich EXPLOSIVE MEDIA durchaus dankbar bin, dass sie diesen Umstand nun geändert haben. Zwar gehört der Streifen nicht zu Lemmons Glanzlichtern, unterhaltsam ist der Film jedoch allemal. Dies liegt natürlich unter anderem am Talent seines Hauptdarstellers, auch wenn man ihm den smarten Lebemann nicht gänzlich abzukaufen vermag. Doch die wunderschöne Virna Lisi (Wolfsblut), die einem als sympathischer Loveinterest richtig leid tut und der schmierige Butler, der mit Freuden die Blondine um die Ecke bringen würde, herrlich überdreht verkörpert durch Terry-Thomas (Gefahr: Diabolik), können dieses Manko mit Leichtigkeit überspielen.

Natürlich sitzt heutzutage nicht mehr jeder Gag und bei so mancher Aussage über Frauen dürften dem ein- oder anderen die Ohren schlackern. Auch trägt die Geschichte nicht zwingend die 118 Minuten Laufzeit, so dass sich hier und da ein paar Längen eingebaut haben. Trotzdem sollten Freunde nostalgischer Komödien hier unbedingt einen Blick riskieren, da ein Großteil der Gags ins Schwarze trifft. Zudem sind die real erlebten Abenteuer von Agent Bash Bramigan köstlich und in bester Buster Keaton-Manier inszeniert. Sowas bekommt man heute mit Sicherheit nie wieder geboten.

Die zur Rezension vorliegende Blu-ray besticht durch eine saubere Bild- (1,66:1 – anamorph) und Tonqualität (Deutsch und Englisch in DD 2.0 Mono). Untertitel in beiden Sprachen sind ebenfalls enthalten. Das Bonusmaterial bietet den Originaltrailer und eine Bildergalerie, sowie ein Wendecover ohne FSK Flatschen.

Trailer:

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