Die Löwen sind los! TRANSFORMERS-Hottie Megan Fox ist in erster Linie für ihre optischen Reize bekannt, in ROGUE HUNTER (2020) zeigt sie sich als knallharte Anführerin einer noch härteren Söldner-Truppe mal von einer anderen Seite. SquareOne Entertainment veröffentlicht den Survival-Actionthriller im Vertrieb von Leonine demnächst im Heimkino und ob sich der Streifen auch lohnt, erfahrt ihr in unserer Kritik!

Originaltitel: Rogue

Drehbuch: Isabel Bassett, M.J. Bassett

Regie: M.J. Bassett

Darsteller: Megan Fox, Philip Winchester, Greg Kriek, Brandon Auret, Jessica Sutton, Kenneth Fok…

Artikel von Christopher Feldmann

Als im Jahr 2007 Michael Bays TRANSFORMERS in den Kinos startete, stand die Männerwelt Kopf. Nicht etwa weil Bays explosive Krawall-Origie, basierend auf der Spielzeugreihe des Herstellers Hasbro, als neues Meisterwerk des Actionkinos gefeiert wurde, sondern weil der Blockbuster mit Megan Fox ein neues Gesicht präsentierte, das für feuchte Schlüpfer bei den pubertierender Teenager und wahrscheinlich auch bei deren Erzeugern sorgte. Die Schauspielerin wurde prompt zum Star, zierte die Cover zahlreicher Magazine und wurde 2008 sogar von der FHM zur “Sexiest Women in the World” ernannt. Der Ruhm hielt allerdings nicht lange an, denn nach ihrer Rückkehr im unsäglichen TRANSFORMERS – DIE RACHE (2009) und Aussagen, die Bombast-Spezialist Bay mit Adolf Hitler verglichen, die sie letztendlich ihre Rolle kosteten, wurde es ruhiger um das Armani-Model. Über zehn Jahre später schlägt sich Megan mittlerweile mit eher preiswerteren Produktionen durch, die im Heimkino ihre Premiere feiern. Mit ROGUE HUNTER (2020) versucht sich die Aktrice nun als Bad-Ass-Chick im Action-Genre, was von vielen Kritikern angesichts der Qualität des Films bereits einvernehmlich belächelt oder gar zerrissen wurde. Man kann den Stimmen insofern rechtgeben, dass die Besetzung eher ein Fehlgriff war, allerdings ist die Direct-to-DVD-Produktion bei weitem nicht so schlecht, wie sie oft geredet wird. Tatsächlich ist ROGUE HUNTER ein netter B-Survival-Actionfilm, der in der richtigen Stimmung durchaus unterhaltsam sein kann.

Handlung:

So leicht bringt Samantha O’Hara (Megan Fox) nichts aus der Ruhe, als Söldnerin ist sie es gewohnt, die gefährlichsten Jobs zu Ende zu bringen. Zunächst sieht es auch nach einem absoluten Routinejob aus, als sie und ihre Männer Asila Wilson (Jessica Sutton), die Tochter eines Gouverneurs, aus den Fängen afrikanischer Terroristen befreien. Doch schon bald kommt es zu ersten Komplikationen. So wollen die von Zalamm (Adam Deacon) angeführten Verbrecher ihre Beute nicht so leicht aufgeben, weshalb die Truppe ständig auf der Flucht ist. Das wiederum ist recht mühsam, da Asilas Freundinnen Chloe (Calli Taylor) und Tessa (Isabelle Bassett) mit dabei sind und es entsprechend langsam vorangeht. Als sie dann auf eine verlassene Farm stoßen, in der sie sich verbarrikadieren wollen, stellen Samantha und die anderen fest, dass sie nicht alleine sind: Eine gefährliche Löwin, die kurz zuvor dort ausgebrochen ist, treibt noch immer ihr Unwesen …

Als mir die Blu-ray des Films ins Haus flatterte, hatte ich mich schon aufs Schlimmste eingestellt, immerhin ist man als Filmfan ja mindestens rudimentär informiert, weshalb ich schon einige Pressestimmen zu ROGUE HUNTER vernommen hatte, die in der Regel Megan Fox‘ Schauspiel und das grottenschlechte CGI an den Pranger stellen. Mit wenigen bis überhaupt keinen Erwartungen habe ich schließlich die Scheibe in den Player geworfen und wurde positiv überrascht. Nicht falsch verstehen: M.J. Bassetts Überlebenskampf vor afrikanischer Kulisse ist bei bestem Willen kein sonderlich überragender oder gar guter Film aber ein unterhaltsamer, temporeicher Genre-Reißer, der nicht mehr verspricht, als er schlussendlich auch halten kann.

Der Plot ist natürlich denkbar konstruiert aber immerhin zweckdienlich genug, um nicht vollständig zu versagen. ROGUE HUNTER wirft den Zuschauer zu Beginn in eine große Actionsequenz, die schon mal Lust auf mehr macht. Megan Fox und ihre Truppe befreien eine Gouverneurs-Tochter aus den Fängen ruchloser Mädchenhändler und infiltrieren in klassischer EXPENDABLES-Manier das Quartier der Verbrecher. Es wird geschossen und gesprengt, bevor eine turbulente Verfolgungsjagd durch die Steppe Südafrikas startet. Das krankt zwar hier und da durch einen etwas ungünstigen Schnitt aber optisch muss sich das Ganze nicht hinter einer Kinoproduktion verstecken. Ein gelungener Start für den Streifen, der massiv Tempo vorliegt, dieses aber leider nicht ganz halten kann. Sobald unsere Mercenarys mitsamt befreiter Geiseln auf einer Farm im Nirgendwo stranden, baut der Film leider ab, obwohl die Prämisse eigentlich ordentlichen Nervenkitzel verspricht. Unsere Protagonisten mit aufgebrauchter Munition in fremder, einsamer und nächtlicher Umgebung zu platzieren, um sie dort gegen ihre Verfolger und hungrige, aggressive Raubtiere antreten zu lassen, ist eigentlich keine schlechte Idee, quasi eine alternative Variante des klassischen ASSAULT ON PRECINCT 13-Konzepts, allerdings fehlt es der Regisseurin und dem, von ihr und ihrer Tochter geschriebenen, Skript an dem nötigen Gefühl für Spannung und Figuren, um das Ganze packend zu gestalten.

Die Figuren des Films bleiben erstaunlich blass, das gilt für das gesamte Personal, egal ob Pro- oder Antagonisten. Die Bassetts haben für ihr Personal nicht mehr als Klischeedialoge übrig, einen wirklichen Charakter bekommt hier niemand verliehen, tatsächlich vergisst man immer wieder, wer jetzt eigentlich wer ist. Somit kümmert es den Zuschauer relativ wenig, wenn irgendjemand ins Gras beißt. Wenn man schon das gute alte Belagerungs-Szenario aus der Mottenkiste holt, dann sollte man auch das nötige Fingerspitzengefühl an den Tag legen und sich zumindest ein wenig um seine Figuren scheren. Hätte man sich mehr auf Action und Rambazamba fokussiert, wäre das angesichts der Möglichkeiten in Bezug auf Schauwerte zu verschmerzen gewesen aber nicht wenn man Spannungskino inszenieren will. Vielleicht ist dem Team nach dem Auftakt auch einfach die Kohle ausgegangen, weswegen man an einem einzigen kargen Schauplatz verharren musste, who knows?

Zumindest optisch weiß ROGUE HUNTER zum Großteil zu überzeugen. Mit knalligem Teal-and-Orange-Colorgrading erinnert das Bild durchaus an einschlägig bekannte Michael-Bay-Streifen. Auch inszenatorisch macht M.J. Bassett, die zuvor das Horror-Sequel SILENT HILL: REVELATIONS (2012) verantwortete, einen ordentlichen Job. In Sachen Optik hat der Film zahlreichen ähnlichen DTV-Heulern einiges voraus, allerdings müssen wir über das CGI reden! Den unglücklich getricksten, explodierenden Hubschrauber kann ich verschmerzen, das sieht man in jedem zweiten Mid-Budget-Actionflick, die mies aussehenden Raubtiere machen es einem aber wirklich nicht einfach, vor allem weil man zu Beginn reale Löwen zeigt. Danach gibt es eben nur noch Getier aus dem Rechner und das sieht mit der beschissenen Textur und der komplett verhunzten Physik einfach scheußlich aus. Dies kommt aber glücklicherweise in voller Scheißigkeit erst am Schluss zu tragen, bevor uns der Streifen noch mit einem Zitat der Regisseurin in den Abspann entlässt. Spätestens dann sollten wir gelernt haben, dass B-Actionfilme anno 2021 nicht immer Grütze sein müssen aber Megan Fox andere Rollen spielen sollte, in denen sie glaubhafter wirkt.

Die Blu-ray bietet gute Bild- und Tonqualität. Im Bonusmaterial befinden sich ein Audiokommentar und Interviews mit den Darstellern. Obendrauf gibt es noch eine Trailershow.

Fazit:

ROGUE HUNTER (2020) ist kein überragender Film aber eben auch kein schlechter. Mit einem guten Gespür für Optik und Tempo ist der Survival-Actionthriller dienliches Futter für zwischendurch. Die mauen CGI-Effekte, die flachen Figuren und eine etwas unbeholfen agierende Megan Fox trüben den Gesamteindruck zwar, Allesglotzer und Genre-Fans werden aber ausreichend und in der richtigen Stimmung vielleicht sogar zufriedenstellend bedient!

Christopher auf Letterboxd – Your Life in Film folgen

Zurück zur Startseite