Es gibt Filme, auf die freut man sich ganz besonders. Als ich in der Liste der Veröffentlichungen von STUDIO HAMBURG ENTERPRISES vom Rezept zum Verlieben las, hatte ich sofort die ziemlich gelungene RomCom mit Catherine Zeta Jones und Aaron Eckhart im Kopf. Umso erstaunter war ich, als die DVD in meinem Briefkasten eintrudelte und ich auf das zuckersüße Cover eines US-TV-Films blickte, der einen beinahe identischen, deutschen Titel trägt (Zufall? Wohl eher nicht!). Augen auf beim Eierkauf, liebe Leser. Da hat mir meine eigene Übereifrigkeit einen üblen Streich gespielt. Oder war der Streich am Ende gar nicht so übel?

Originaltitel: The Sauce of Love / Cooking Up Love

Regie: Don McBrearty

Darsteller: Rachel Bles, Stephen Huszar, Ron Lea, Mykee Selkin

Artikel von Christian Jürs

Zoey McBride (Rachel Bles) ist ein echter Goldschatz. Nicht nur, dass sie ein bezauberndes Lächeln besitzt, auch im Inneren ist sie ein herzensguter Mensch. Dazu kommt, dass sie das Kochtalent von Grandpa Morgan (Ron Lea) nicht nur geerbt, sondern auch noch revolutioniert hat. Die legendäre Sandwichsoße des in die Jahre gekommenen Foodtruckbesitzers ist äußerst beliebt, ihre schmalzfreie- und damit wesentlich gesündere Variante geradezu revolutionär. Mit ihrem Können versucht Zoey sich als Ernährungsberaterin des BBQ-Soßen-Großkonzerns von Colin Richmond (Stephen Huszar). Leider mit eher mäßigem Erfolg.

Es ist ihr überbordender Enthusiasmus, der bei ihrem Vorgesetzten, dem schmierigen Rick Feretti (Paulino Nunes), auf taube Ohren stößt. Der erkennt zwar ihr Talent, feuert sie aber trotzdem, allerdings ohne das Wissen seines Chefs. Um ihr Leben weiter finanzieren zu können, arbeitet Zoey fortan im abgewrackten Foodtruck ihres Großvaters. Um diesen gegen ein neues, moderneres Fahrzeug ersetzen zu können, nehmen beide an einem Cook-Out-Wettbewerb für Foodtruckbesitzer teil. Der Hauptpreis: ein brandneuer Foodtruck. Doch ausgerechnet Colin Richmond ist eines der Jurymitglieder und dem traut die charmante Köchin, seit ihrem Rauswurf, nicht mehr über den Weg. Dabei hegt dieser tatsächlich nur ehrliche Absichten und verliebt sich sogar – welch Überraschung – in die blonde Schönheit. Was er jedoch nicht weiss ist, dass sein Adjudant Feretti ein falsches Spiel spielt und versucht, an das geheime Rezept von Zoeys legendärer Soße zu kommen, um diese für das Großunternehmen zu übernehmen. Wird der Fiesling Erfolg haben und damit sowohl das Foodtruck-Unternehmen von Zoey und ihrem Grandpa ruinieren? Oder wird am Ende doch alles gut für den Foodtruck und die frisch erblühende Liebe zwischen der kompetenten Köchin und dem charmanten Großunternehmer? Da wird doch wohl ein Happy End drin sein…

Hei-ei-ei-ei-ei. Gleich nach dem Start des Films macht einem der günstig wirkende Digitalfilmlook bewusst, dass wir es hier mit einer TV-Produktion zu tun haben. Doch damit nicht genug, der Soundtrack von Composer David Findlay, der u.a. auch solche Meisterwerke wie Snow Sharks mit seinem Können veredelte, lässt dem Zuschauer gehörig die Ohren bluten. Nicht nur, dass es der schmierigste und klebrigste Synthiescore ever ist, der Film wurde auch von vorne bis hinten damit zugekleistert. Kein Witz, es vergeht so ziemlich keine Minute, ohne dass der, im übrigen viel zu laut abgemischte Musikbrei einem nicht die Gehörgänge zukleistert und Dialoge teilweise in den Hintergrund verdrängt.

Okay, jetzt könnte man natürlich agumentieren, dass die Musik den Zuschauer in die nett-harmlose Stimmung eines ZDF-Sonntagabendfilms versetzen soll und die Dialoge eh von vorne bis hinten vorhersehbar sind. Trotzdem zerrte das Geplänkel doch gehörig an meinen Nerven. Doch seien wir einmal ehrlich, ein Filmfreak in den Endvierzigern ist auch nicht die Zielgruppe von Ein Rezept zum Verlieben, sondern die einsame Rentnerin von Nebenan, die gerne etwas harmlosen Herz-Schmerz ohne Tiefgang goutieren möchte. Und eben dieses Publikum wird hier tatsächlich bestens bedient.

Bei aller Kritik, die ich hier vom Stapel lasse, so richtig böse kann ich dieser 85 minütigen Plänkelei gar nicht sein. Denn aller vorhersehbarer Belanglosigkeit und technischer Mängel zum Trotz läuft der Film irgendwie fluffig durch. Vielleicht sind es die sympathischen Mimen, die den Kahn herumrudern oder einfach das derzeitige Bedürfnis nach ein wenig Harmonie in einer kranken, aus den Fugen geratenen Welt, die mich letztlich wohlwollend meine Kritik abschließen lassen. Ein Rezept zum Verlieben ist harmlos-nette Unterhaltung, die man der Schwiegermutter gerne zum Geburtstag schenken kann, damit sie einem wohlgesonnen ist. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Bild- und Tonqualität der DVD sind gut. Die Synchronisation ist hochwertig. So wurde Hauptdarsteller Stephen Huszar beispielsweise von TKKG--Tarzan/Tim Sascha Draeger eingesprochen. Eine englische Sprachfassung und englische Untertitel sind an Bord. Im Bonusbereich findet man lediglich Trailer und ein Wendecover ohne FSK-Logo.

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