H.G. Wells Die Zeitmaschine ist vor allem dank der legendären 1960er Verfilmung mit Rod Taylor auch heute noch Kult. Meine Güte, hatte ich als Kind Schiss, von den Morlocks gefressen zu werden. Als 1986 dann der Streifen Flucht in die Zukunft in die Videotheken kam, war ich gerade einmal elf Jahre jung und machte mir beinahe wieder in die Hose, als Jack the Ripper zu Beginn eine Dirne in der Seitengasse aufschlitzte. Der legendäre Killer floh anschließend mit der Zeitmaschine in die damalige Gegenwart, verfolgt vom Science Fiction-Romanautor H.G. Wells, genial verkörpert von Malcolm McDowell. PLAION PICTURES spendierte dem Mix aus Fantasy-Abenteuer, Coulture Clash Komödie, Love Story und Thriller endlich ein Update in HD. Danke dafür!

Originaltitel: Time after Time
Regie: Nicholas Meyer
Darsteller: Malcolm McDowell, Mary Steenburgen, David Warner, Charles Cioffi, Patti D’Arbanville
Artikel von Christian Jürs
Regisseur Nicholas Meyer, der auch das Drehbuch mit verfasste, ist bei Science Fiction-Fans kein unbeschriebenes Blatt. Im Gegenteil, eine ganze Community verehrt den Mann, der mit Star Trek II – Der Zorn des Khan ein schwächelndes Franchise aus der Lethargie holte. Außerdem schrieb er am Drehbuch von Star Trek IV – Zurück in die Gegenwart mit, der (wohl nicht von ungefähr) einige Parallelen zu Flucht in die Zukunft aufweist. Für das Finale der Classic-Crew, Star Trek VI – Das unentdeckte Land, kehrte er abermals auf den Regieposten zurück und war somit an der Entstehung von drei der besten Raumschiff Enterprise-Filmen beteiligt.

Die Handlung setzt eines Abends im Jahr 1893 in London ein. Eine angetrunkene Dirne (Karin Collison) wird von Dr. John Leslie Stevenson (David Warner) in eine Seitengasse gelockt und mit einem Skalpell aufgeschlitzt. Der erfolgreiche Chirurg, der sich als Jack the Ripper entpuppt, kann vom Tatort zu seinem besten Freund, dem Wissenschaftler Herbert George Wells (Malcolm McDowell) fliehen. Der eröffnet ihm und seinen anderen Gästen eine sensationelle Erfindung. Denn H.G. Wells hat nicht nur zwei Jahre später den Roman Die Zeitmaschine verfasst, er hat sie, laut Filmhandlung, auch tatsächlich erfunden und gebaut. Wells beabsichtigt, in die seiner Meinung nach friedliche Zukunft zu reisen, nach Utopia, wie er es nennt. Als plötzlich Scotland Yard eintrifft, die Stevenson bis zum Haus des Erfinders gefolgt sind, ist dieser aber längst über alle Berge – mit Hilfe der Zeitmaschine.
Erschrocken muss Wells feststellen, dass sein einstiger, blutrünstiger Freund ins ferne Jahr 1979 geflohen ist. Entschlossen, die vermeintlich friedliche Zukunfts-Welt vor dem Killer zu bewahren, begibt sich auch Wells auf die Reise und landet mit seiner Maschine in einer Museums-Ausstellung seiner Erfindungen und Werke in San Francisco. Überwältigt von den modernen Eindrücken, aber auch enttäuscht über die Entwicklung der Menschheit, muss Wells der harten Realität ins Auge sehen: Jack the Ripper ist in dieser Welt nur einer von vielen. Trotzdem bleibt sein Entschluss bestehen, Stevenson wieder zurückzuholen, um ihn der örtlichen Justiz im London seiner Zeit zu übergeben. Behilflich dabei ist ihm die liebreizende Bankangestellte Amy Robbins (Mary Steenburgen), bei der Stevenson regelmäßig Geld eintauscht. Sie ist fasziniert von dem gebildeten Wissenschaftler Wells und beginnt eine romantische Beziehung mit ihm. Doch damit gerät auch ihr Leben in Gefahr.

Flucht in die Zukunft ist nicht nur Nicholas Meyers liebevolle Hommage an den Pionier der Science Fiction-Literatur H.G. Wells und den großartigen Film mit Rod Taylor, er ist zugleich auch noch eine Culture Clash Komödie, eine Love-Story und ein Thriller. Mögen die Effekte der Zeitreise auch nicht allzu gut gealtert sein, die Inszenierung und vor allem die Darsteller machen das kleine Effekte-Manko locker wieder wett. David Warner gibt in seinen wenigen Szenen einen charismatischen Killer, während Malcolm McDowell absolut liebenswert gegen sein Image als Bösewicht (1979 entstand auch Caligula) anspielt und eine wunderbare Chemie mit der damals wirklich niedlichen Mary Steenburgen hat. So sehr, dass die beiden damals wirklich ein Paar wurden.
Flucht in die Zukunft ist auch heute noch so kurzweilig wie damals schon und hat deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient, als dem Film bisher zuteilwurde. Dank Plaion Pictures habt Ihr hierzulande die Gelegenheit, den Film endlich in einer Edition, die er verdient hat, ins Regal zu stellen. Ach ja, wer am Anfang im Museum genau aufpasst, der erkennt den ganz jungen Corey Feldman in seiner ersten Rolle.

Mir lag zur Rezension der Blu-ray-Rohling vor. Die Bildqualität ist sehr ordentlich, der englische Ton ist gut, bei der deutschen Sprachvariante ist ein leichtes Zischen bei den S-Lauten wahrnehmbar, aber verschmerzbar. Im Bonusbereich gibt es ein Trailer from Hell-Special, eine Bildergalerie und den Trailer auf Deutsch und Englisch. Außerdem befindet sich im Inneren des Mediabooks ein Booklet, verfasst von Tobias Hohmann.
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