Jetzt legen wir das Humor-Niveau mal ein paar Stufen niedriger und kümmern uns heute um den mittlerweile sechsten Teil der Scary Movie-Reihe. Einst geschaffen von den Wayans-Brüdern Marlon, Shawn und Keenen Ivory, übernahm ab Teil drei Spoof-Spezialist David Zucker (Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug) das Ruder, doch auch der konnte nicht zu alter Stärke zurückkehren und fuhr die Nummer mit dem fünften Teil im Jahr 2013 gehörig an die Wand. Jetzt, dreizehn Jahre später, kehrten die Wayans-Brüder zu ihrem Baby zurück und kredenzten uns einen sechsten Teil, der ganz modern keine Zahl im Titel trägt. Nach erstaunlich erfolgreichem Kinoeinsatz bringen uns PARAMOUNT PICTURES im Vertrieb von LEONINE STUDIOS die wilde Komödie ins Heimkino. Ich habe überprüft, ob mir dabei zum Lachen oder doch eher zum Weinen war.

Regie: Michael Tiddes

Darsteller: Anna Faris, Marlon Wayans, Regina Hall, Shawn Wayans, Cameron Scott Roberts, Dave Sheridan

Artikel von Christian Jürs

Woke war gestern. Bereits im Vorfeld kündigten die Macher dieses neuen Scary Movie-Streifens an, dass sie keinerlei Rücksicht auf irgendwelche Minderheiten oder sonst wen nehmen würden. Ihr Humor würde rundum schlagen, no matter what it takes. Da kann man nur gratulieren, denn dieses Versprechen wurde tatsächlich eingehalten. Egal welche Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Ausrichtung – hier bekommt jeder sein Fett weg. So weit, so ehrlich.

Der Ghostface-Killer ist zurück. Diesmal greift er Tuesday (Savannah Lee Nassif) an und verletzt sie schwer. Selbstredend ruft dies ihre Mutter Cindy Campbell (Anna Faris) auf den Plan, die bislang abgeschieden in einem Hochsicherheits-Anwesen gelebt hat, aus Angst vor einem weiteren Ghostface Killer. Doch wenn die Kinder in Gefahr sind, dann traut sie sich notgedrungen wieder unter die Bevölkerung. Gemeinsam mit ihren besten Freunden von damals, Brenda (Regina Hall), Shorty (Marlon Wayans), Ray (Shawn Wayans) und dem geistig behinderten Ex-Cop Doofy (Dave Sheridan), sowie Cindys älterer Tochter Sara (Olivia Rose Keegan), deren Freund Jack (Cameron Scott Roberts) und weiteren Charakteren, die den Zuschauern aus den Legacy-Sequels Scream (2022) und Scream VI auffallend bekannt vorkommen dürften, machen sie sich auf die Jagd nach dem Killer – oder den Killern? Und nebenbei werden natürlich allerlei Drogen konsumiert.

Neben den Filmen des Mutter-Franchise gibt es hier natürlich wieder reihenweise Anspielungen auf andere Filme der derzeitigen Pop-Kultur. Von John Wick über The Substance, bis hin zu Get Out – Hier ist kein Film für einen Witz zu schade. Ja, selbst K-Pop Demon Hunters wird munter zitiert. Nun sind die Wayans-Brüder aber nicht halb so subtil wie einst das ZAZ-Team, welches uns Kracher wie Top Secret! lieferte. Auch an die Lacher-Quote des letztjährigen Die nackte Kanone-Aufgusses können sie nicht heranreichen. Dafür sind sie zu laut und zu polterig in ihrer Humor-Tonalität und Regisseur Michael Tiddes, der für die Wayans auch die Ghost Movie-Filme inszenierte, ist nun wirklich kein Meister der Comedy. Trotzdem, und das muss ich dem Film zugutehalten, habe ich hier und da tatsächlich gelacht – naja, zumindest geschmunzelt. Positiv anzumerken ist hierbei, dass auf Fäkalwitze diesmal weitestgehend verzichtet wurde, auch wenn Doofy mal wieder sein Kaka…ach, lassen wir das. Scary Movie wird Freunde der ersten beiden Teile vermutlich zufriedenstellen und Fans feingeistigen Humors in die Flucht schlagen. Es ist und bleibt Geschmackssache. Scary Movie anno 2026 ist aber bei weitem nicht der schlechteste Teil der Reihe.

Wer zur physischen Variante greift, bekommt obendrauf noch Bonusmaterial in Form von vier Featurettes (Zusammen schreien, Frischfleisch, Wayans Welt und eine Filmschnitt-Analyse) spendiert. Ob es ein Wendecover ohne FSK-Logo gibt, vermag ich nicht zu sagen, da mir lediglich der Presserohling ohne Hülle zur Sichtung vorlag.

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