Es ist nicht die erste Blu-ray dieser von mir seit frühester Jugend verehrten Komödie, doch die 2017 erschienene Variante ist längst ausverkauft. PLAION PICTURES übernahm jetzt das Ruder und präsentiert uns in Kürze eine Mediabook-Variante, die es in sich hat. Nicht nur, dass der Film in toller Bildqualität aufgespielt wurde, auch beim Bonusmaterial wurde geklotzt und nicht gekleckert. Solltet Ihr die Komödie, in der Dan Aykroyd und der noch sehr junge Tom Hanks auf die Jagd gehen, um einem fiesen Sektenanführer das Handwerk zu legen, noch nicht kennen, dann solltet Ihr euch diese Kritik einmal zu Herzen nehmen und dieses launige Stück Achtziger-Kino in euren Einkaufskorb packen.

Originaltitel: Dragnet
Regie: Tom Mankiewicz
Darsteller: Dan Aykroyd, Tom Hanks, Christopher Plummer, Harry Morgan, Alexandra Paul, Dabney Coleman
Artikel von Christian Jürs
Deutschland und seine übersetzten Titel. Dragnet aus dem Jahr 1987 ist eine komödiantische Fortsetzung der gleichnamigen Serie, die einst als Radio-Hörspiel begann und ab 1951 in Serie ging. 1954 gab es sogar einen ersten, gleichnamigen Kinofilm, der bei uns unter dem Titel Großrazzia lief. Der deutsche Serientitel hingegen lautete Polizeibericht. Nun hätte man zwecks Widererkennungswert natürlich in irgendeiner Form auf diesen Namen zurückgreifen können. Doch man entschied sich, den Film als Schlappe Bullen beissen nicht in die Kinos zu bringen. Ich war damals zwölf Jahre alt und ging regelmäßig ins Kino, mit dem Titel konnte ich aber nichts anfangen und nahm den Film erst später als Leihtape aus der Videothek wahr. Tja, was soll ich sagen: Ich war sofort verliebt in diese alberne, aber trotzdem urkomische Polizei-Komödie.

Dem paragraphentreuen Polizist Joe Friday (Dan Aykroyd) ist, ebenso wie einst seinem gleichnamigen Onkel, sehr daran gelegen, die Straßen von Los Angeles sauber von Kriminellen zu halten – natürlich unter Einhaltung sämtlicher Vorschriften. Da sein ehemaliger Partner vorzeitig in den Ruhestand gewechselt ist, wird ihm ein neuer Kollege zugeteilt. Bei Sgt. Pep Streebeck (Tom Hanks) handelt es sich aber um den kompletten Gegenpol. Er ist chaotisch, unkonventionell und pfeift auf Vorschriften, insbesondere dann, wenn eine hübsche, junge Frau im Spiel ist. Doch wenn ein Verbrechen geschieht, dann ist auch mit Streebeck zu rechnen.
Ihr erster gemeinsamer Fall ist zudem recht ungewöhnlich und besteht aus diversen merkwürdigen Diebstählen. So wurde aus dem hiesigen Zoo eine Riesenschlange entwendet und dem Löwen die Mähne rasiert, während Herrenmagazin-Milliardär Jerry Caesar (Dabney Coleman) den Verlust ganzer Wagenladungen seines Nackedei-Heftchens zu beklagen hat. Gemeinsam haben die Verbrechen, dass an beiden Tatorten eine identische Visitenkarte gefunden wurde, auf der die Abkürzung P.A.G.A.N. geschrieben steht.

Schnell finden die beiden ungleichen Cops eine erste Spur über den großen und starken, aber auch relativ stupiden P.A.G.A.N.-Handlanger Emil Muzz (Jack O´Halloran), der sie auf die Spur der hinter den Verbrechen steckenden, satanischen Sekte People Against Goodness And Normalcy (sprich – P.A.G.A.N.) bringt. Diese wird ausgerechnet vom populären TV-Prediger Reverend Whirley (Christopher Plummer) angeführt, der einen finsteren Plan verfolgt und in der Politik Karriere machen möchte. Gerade noch rechtzeitig sprengen die beiden Cops eine nächtliche P.A.G.A.N.-Zeremonie und retten die Jungfrau (!) Connie Swail (Alexandra Paul) vor ihrer Opferung an die entwendete Riesenschlange. Doch Reverend Whirley und seine Sekte sind dadurch keinesfalls gestoppt, denn der Geistliche hat einen Draht ins Polizeirevier, da er gut befreundet mit Polizeipräsidentin Jane Kirkpatrick (Elizabeth Ashley) ist. So dauert es nicht lange, bis die beiden Chaos-Cops vom Dienst suspendiert werden. Doch damit ist für Friday und Streebeck noch lange nicht Feierabend, zumal Connie Swail erneut in Gefahr schwebt – und Joe Friday für die Jungfrau auch mal bei den Paragraphen fünfe gerade sein lässt.
Nachdem ich Schlappe Bullen beissen nicht damals im Kino verpasst habe, wurde das Band von CIC Video, welches ich in der Videothek erstanden habe, ordentlich gefordert. Denn auch wenn die Komödie die bissigen Satire-Ansätze zugunsten von Slapstick häufig über Bord wirft, so ist sie doch von vorne bis hinten durchweg komisch. Insbesondere Dan Aykroyd parodiert seinen Serien-Onkel äußerst treffend mit seiner steifen, schnell sprechenden Art. Er trägt sogar die gleiche Frisur wie sein Vorbild Jack Webb damals, der maßgeblich an der Entstehung der Serie beteiligt war. Sein damaliger Serien-Partner, Harry Morgan, taucht hier übrigens wieder in seiner Rolle als Bill Gannon auf, jetzt allerdings befördert zum Captain. Schlappe Bullen beissen nicht ist unterschätztes Comedy-Gold mit bestens aufgelegten Darstellern und einer ebenso guten Synchronisation. Thomas Danneberg und Joachim Tennstedt, der vor Arne Elsholtz Stammsprecher von Tom Hanks war und jetzt meist auch wieder ist, geben Vollgas und retten die Gags wunderbar ins Deutsche.

Wie eingangs erwähnt gab es schon mal eine Blu-ray-Auflage aus dem Hause Pandastorm. Zu deren Bild- und Tonqualität kann ich mir leider kein Urteil erlauben. Die Version im Plaion Pictures Mediabook sieht jedenfalls fantastisch aus und klingt auch hervorragend. Die Nase vorn hat die neue Veröffentlichung aber vor allem beim Bonusmaterial. Gab es damals nur eine Trailershow, so legt man hier gleich noch eine komplette Bonus-Blu-ray bei. Zu finden gibt es einen Audiokommentar mit Popkultur-Historiker Russell Dyball, das TV-Promo-Special Just the Facts!, zwei Folgen der Originalserie im Originalton mit Untertiteln, Trailer, eine Bildergalerie, TV-Spots und zwei Musikvideos, wobei eines den Titelsong City of Crime zeigt, ein Rap-Song von Dan Aykroyd und Tom Hanks. Obendrauf soll es ein Booklet von Christoph N. Kellerbach geben, da mir aber lediglich die beiden Rohlinge zur Rezension vorlagen, kann ich hierzu nichts schreiben (aber der Christoph ist ein Guter, das wird schon top sein).
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