Herzlich willkommen zu meinem Gastbeitrag bei den Medienhuren. Mein Name ist Frank Battermann, sie kennen mich vielleicht vom Podcast „Die Fernsehschatztruhe“. Da ich Christian noch einen Gefallen schuldig war, stimmte ich zu, mich einmal an einem Gastbeitrag zu versuchen. Als er mehr beiläufig erwähnte, dass es sich hier um einen „Bock – Buster“ handelt, rechnete ich schon mit dem Schlimmsten. Doch dass mich die Geschichte der beiden Brüder Colin und Les in dieser neuen Veröffentlichung von KOCH FILMS am Ende doch zu einem Tränchen hinreißen lassen würde, hätte ich nun wirklich nicht gedacht. Viel Spaß bei meinem Gastbeitrag.

Originaltitel: Rams

Regie: Jeremy Sims

Darsteller: Sam Neill, Michael Caton, Miranda Richardson, Wayne Blair

Artikel von Frank Battermann

Wir befinden uns in Australien und schon bei den ersten Impressionen denke ich mir „Ach ja da wolltest du doch auch schon immer mal hin“. Im Mittelpunkt dieser von Jeremy Sims in Szene gesetzten Geschichte lernen wir die beiden Brüder Colin (Sam Neill) und Les (Michael Caton) kennen, die seit Jahr und Tag nur eines im Sinn haben. Sie sind Schafzüchter in einer kleinen Gemeinde und setzen Jahr für Jahr alles daran, den besten Bock des Jahres zu präsentieren. Es könnte alles so harmonisch sein, wären die Zwei nicht erbitterte Kontrahenten, die schon seit rund 40 Jahren kein Wort mehr miteinander wechseln, obwohl ihre Herden auf denselben Familienstammbaum zurückgehen.

Als dann allerdings der preisgekrönte Bock von Les an einem schlimmen Virus erkrankt und alle Schafe im Ort getötet werden müssen, nähern sich die Brüder nach so langer Zeit wieder langsam an. Während Les sich mit Waffengewalt gegen die Anordnungen stellt, versucht Colin ein paar Tiere zu retten und quartiert sie kurzerhand in seinem Badezimmer ein. Als nun auch noch Waldbrände die Ortschaft bedrohen, wird beiden schnell klar, dass sie das Dorf nur retten können, indem sie Vergangenes begraben und als Brüder zusammenhalten.

Besser wird s nicht überzeugt von Anfang an durch wunderschöne Naturaufnahmen und zieht den Zuschauer direkt in die Geschichte des kleinen Örtchens hinein. Die Probleme sind andere als wir sie haben und gerade deshalb wünscht man sich schnell in diese fast heile Welt. Und doch merkt man schnell die Parallelen zu seinem eigenen Leben. Denn wer kennt es nicht, dass man wegen einem blöden Missverständnis den Kontakt zu einem geliebten Menschen verliert und dass eigentlich alles gar nicht hätte sein müssen, würde man seinen Stur (Bock) ausschalten und den ersten Schritt gehen. Sam Neill und Michael Caton spielen ihre Rollen sehr überzeugend. Im Laufe der fast 2 Stunden fiebert man der Hauptfrage entgegen, ob sich die zwei am Ende doch zusammenraufen und sich und uns ein Happy End bescheren. Was mich sehr beeindruckt hat ist, dass man hier eine cineastische Entschleunigung erfährt und nach wenigen Minuten die Sehnsucht verspürt, dass es wichtigeres im Leben gibt, als der Karriere hinterher zu jagen.

Mit Besser wird s nicht nimmt man sich für 120 Minuten selber aus dem Alltag heraus und begleitet die Menschen in einem australischen Ort bei der Bewältigung ihrer kleinen und großen Probleme und das fühlt sich über große Strecken sehr gut an. Der australische Streifen basiert auf dem 2015 entstandenen, isländischen Film Sture Böcke, dessen Originaltitel ebenfalls Rams lautet.

Koch Films veröffentlichte den Film kürzlich im Heimkino. Wer zur physischen Veröffentlichung greift, bekommt im Bonusbereich noch Interviews, eine Featurette, Trailer und eine Bildergalerie oben drauf. Der Film liegt in deutscher und englischer Sprachfassung vor. DVD und Blu-ray besitzen, wie gewohnt bei Koch Films, ein Wendecover ohne FSK-Logo.

Trailer:

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