Ghosts of War (2020) – ab sofort als Blu-ray, DVD & VoD erhältlich!

Capelight Pictures hat einen weiteren interessanten Titel auf die Heimkino-Front losgelassen. In GHOSTS OF WAR (2020) trifft Kriegsfilm auf klassischen Haunted-House-Horror. Ob der Genre-Mix überzeugen kann, erfahrt ihr in unserer Kritik!

Originaltitel: Ghosts of War

Drehbuch & Regie: Eric Bress

Darsteller: Brenton Thwaites, Kyle Gallner, Alan Ritchson, Theo Rossi, Skylar Astin, Billy Zane…

Artikel von Christopher Feldmann

Krieg ist vermutlich eines der größten reellen Horrorszenarien und begleitet unsere Spezies seit jeher. Besonders der 2. Weltkrieg ist an Grausamkeit kaum zu überbieten und wurde schon zu Genüge filmisch behandelt und trotzdem lassen es sich Filmemacher nicht nehmen, das Schlachtszenario und die Gräueltaten der Nazis mit phantastischen Elementen zu pimpen. Man denke nur an Tommy Wirkolas Splatter-Granate DEAD SNOW (2009) und dessen Fortsetzung, in denen Zombies Einzug in das kriegerische Szenario halten. Auch die Mid-Budget-Produktion OPERATION: OVERLORD (2018) schlägt einen ähnlichen Weg ein und im kommenden Trash-Spektakel SKY SHARKS (2020) werden sogar fliegende Haie in den bunten Kessel geworfen. GHOSTS OF WAR (2020) hingegen verzichtet zur Abwechslung mal auf die gefräßigen Untoten und widmet sich einem anderen beliebten Sujet, dem Geistergrusel. Der gar nicht mal so schlechte Mix erweist sich allerdings als dröge Veranstaltung, denn um das Publikum abzuholen, sollte man anno 2020 schon mehr bieten, als die üblichen Jump-Scares aus dem Fundus für Horrofilme von der Stange.

Handlung:
Eine Gruppe von fünf Soldaten soll während des zweiten Weltkriegs ein stattliches Anwesen in Frankreich bewachen, das bereits zuvor von den Alliierten eingenommen wurde. Isoliert vom eigentlichen Kriegsgeschehen bereitet sich die Truppe auf einen potenziellen Angriff vor. Doch die Deutschen sind eigentlich das kleinste Problem, denn schon bald kommt es zu merkwürdigen Vorkommnissen innerhalb der alten Mauern und die sonst so abgeklärten Jungs müssen bald feststellen, dass eine übernatürliche Macht es auf sie abgesehen hat.

Regisseur und Drehbuchautor Eric Bress kennt man vielleicht noch als eine Hälfte des Regie-Duos von THE BUTTERFLY EFFECT (2004), der zumindest in meiner Wahrnehmung damals irgendwie heißer Scheiß war. Ansonsten hat Bress bis auf die Drehbücher zu FINAL DESTINATION 2 (2003) und FINAL DESTINATION 4 (2009) nicht viel gerissen und sich nun nach ganzen 16 Jahren nochmal als Regisseur und Autor versucht. Man muss dabei ganz klar sagen, dass die Prämisse des Films durchaus in das Gusto des Mannes passt. Dass der Plot während des Krieges im von Nazis besetzten Frankreich angesiedelt ist, ist dabei sekundärer Natur. So werden in den ersten paar Minuten die Rahmenbedingungen geklärt und wir befinden uns prompt mit unseren Figuren in der Geistervilla, die auch optisch nicht weit weg vom Spukgemäuer aus Jan de Bonts THE HAUNTING (1999) ist. Aber auch inhaltlich passen die beiden Streifen gut zusammen, denn auch der versierte Kameramann verhob sich seiner Zeit an dem Genre des Geisterhorrors.

GHOSTS OF WAR ist eine ziemlich müde Veranstaltung und das liegt nicht zwingend an der Geschichte. Klassische Gruselfilme sind eigentlich immer gerne gesehen, wenn man es richtig macht und auch ein gewisses Händchen für Spannung und Atmosphäre an den Tag legt. Diese beiden essenziellen Elemente gehen Bress allerdings deutlich ab. Das liegt in erster Linie an der Optik. Nicht nur, dass die Landschaften aussehen, als seien hier Aufnahmen aus dem Avi-Lerner-Archiv verwendet worden (der Film wurde tatsächlich in Bulgarien gedreht), der ganze Film ist auch maßlos überbeleuchtet. Es kommt eben schwer eine passende Gruselatmosphäre zu Stande, wenn jede Szene wirkt, als sei sie mit Baustrahlern ausgeleuchtet worden. Da hilft auch der Instagram-Vintage-Filter nicht mehr. GHOSTS OF WAR wirkt schon ziemlich günstig, ohne dass auch nur ein wirklicher Special-Effect gezeigt wurde. Ein schlechtes Omen.

Leider wird der Trend fortgesetzt und GHOSTS OF WAR entwickelt sich zum handelsüblichen Geister-Schinken, der wirkt als stamme er aus der Blumhouse-Retorten-Kiste. Wirklich unheimlich sind hier nur die mäßigen CGI-Effekte, die so ziemlich jede Stimmung zerstören, die ansatzweise aufkommen könnte. Zwar frönt Bress ein paar durchaus grafischen Brutalitäten, diese wirken jedoch so künstlich und digital, dass jegliche Wirkung sofort verpufft. Ansonsten gibt es noch unheimliche Stimmen, seltsame Geräusche und Geister aus dem Rechner. Insgesamt ist das Ganze auf dem Niveau einer klassischen Jahrmarkt-Attraktion, ohne Biss, Tempo oder gar Shocks, stattdessen exerziert der Film die üblichen Jump-Scares durch und empfiehlt sich somit für den Platz, an den er auch hingehört, das DVD-Regal hinten links.

Regisseur Bress versucht sich parallel noch am Thema Traumata und schickt sich an, einige tieferschürfende Probleme des Soldatenalltags anzusprechen, was letztendlich in einem gar nicht mal so blöden Twist mündet, der aber angesichts der vorherrschenden Langeweile auch nicht mehr viel rausreißt. Einzig die Besetzung weiß zu gefallen und vereint mit Brenton Thwaites (TITANS), Theo Rossi (SONS OF ANARCHY) und Alan Ritchson (BLUE MOUNTAIN STATE, TITANS) ein paar etablierte TV-Gesichter, die allesamt einen soliden Job machen. Der prominenteste Name dürfte hingegen Billy Zane sein, den man vielleicht noch als Fiesling in James Camerons Blockbuster TITANIC (1997) kennen dürfte.

Die Bild- und Tonqualität der Scheibe aus dem Hause Capelight Pictures entsprechen dem aktuellen Standard und macht einen guten Eindruck. Eine schöne Schärfe, guter Kontrast aber leider auch etwas blass, was aber auch an der Helligkeit der einzelnen Szenen liegt. Im Bonusmaterial befindet sich lediglich der Trailer.

Fazit:
GHOSTS OF WAR (2020) ist generischer Geistergrusel von der Stange, der trotz guter Ideen und einer soliden Besetzung keinerlei Atmosphäre oder Spannung aufbauen kann. Jump-Scares aus der Mottenkiste, mäßiges CGI und und kein Gespür für Stimmung machen diese DTV-Produktion zu einem verzichtbaren Titel. Lieber nochmal SPUK IN HILL HOUSE (2018) schauen, da hat man mehr davon!

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