Filmparodien waren schon immer sehr beliebt, auch im Horror-Genre. Frankenstein Junior, Scary Movie, Ghost Movie, Was macht der Tote auf der Wäscheleine? – die Liste an Horror-Spoofs ist gar endlos. Der Verleiher LUCKY 7 kramte diesen eher unbekannten Genre-Vertreter mit dem späten Vincent Price in einer Nebenrolle heraus und spendierte der Komödie die obligatorische Scanavo-Box mit Schuber, Poster und Bierdeckel. Letzterer ist notwendig, da ein durch Hopfengetränk betäubtes, geistiges Humorzentrum eher zum Schenkelklopfen motiviert, während die durchaus blutigen Horrormomente von zartbesaiteten Zuschauern ebenfalls deutlich besser verarbeitet werden. Eine schräge Nummer, die mit zwar günstig inszenierten, aber durchaus blutigen Momenten überrascht.

Regie: Ray Cameron

Darsteller: Kenny Everett, Pamela Stephenson, Vincent Price, Gareth Hunt, Cleo Rocos, John Fortune

Artikel von Christian Jürs

Ehre, wem Ehre gebührt. In Bloodbath at the House of Death gibt es eine Sexszene zwischen einer Blondine und einem Geist – eine witzige Anspielung auf den sehenswerten Genre-Vertreter Entity – Es gibt kein Entrinnen vor dem Unsichtbaren, das uns verfolgt. Viele Jahre später fand in der Spoof-Komödie Scary Movie 2 eine ebensolche Nummer mit Tori Spelling statt – diesmal allerdings als Hommage an Bloodbath at the House of Death.

Das alte Herrenhaus Headstone Manor, wird eines Abends im Jahr 1975 von einer Gruppe satanischer Mönche heimgesucht, die ein Massaker anrichten, bei dem achtzehn Menschen gewaltsam das Leben verlieren. Roundabout zehn Jahre später (plus Minus ein Tag) reist eine Gruppe von acht Wissenschaftlern, unter der Leitung von Dr. Lukas Mandeville (Kenny Everett) und seiner Assistentin Dr. Barbara Coyle (Pamela Stephenson) zu dem leerstehenden Anwesen, um die dort mittlerweile auftretenden, radioaktiven Werte zu untersuchen.

Was sie nicht ahnen, ist, dass eine Gruppe Satanisten, angeführt von einem fanatischen Sektenführer (Vincent Price), sich zur Aufgabe gemacht hat, die Eindringlinge aus dem Haus, bzw. aus dem Leben zu verjagen. Hierfür wachsen (!) exakte Doppelgänger der Wissenschaftler aus dem Boden, die die Originale nach ihrem Ableben ersetzen sollen. Erkennbar sind sie an einem tätowierten Sektensymbol in der Handinnenfläche, welches alle in der Umgebung lebenden Bewohner ebenfalls tragen – selbst die Hunde.

Schräg, schräger, Bloodbath at the House of Death. Was auf den ersten Blick aussieht wie einer dieser typischen, günstig produzierten US-Horrorfilme aus den USA, die man damals zuhauf in den Videotheken fand, stammt tatsächlich aus England. Die Komödie macht sich nicht nur lustig über so ziemlich alle damals aus den Staaten kommenden Horrorfilme wie Carrie – Des Satans jüngste Tochter, Der weiße Hai, Shining, American Werewolf u.v.m. Einen richtigen roten Faden kann man dabei kaum ausmachen, lediglich die Figuren sind eine Konstante. Die Witze sind dabei ziemlich albern und kalauerhaft. Die Blondine lispelt? Ha Ha Ha! Der Wissenschaftler trägt eine Beinprothese und kommt nicht damit klar? Ho Ho Ho! Der Unsichtbare befriedigt die spröde Wissenschaftlerin? Hi Hi Hi!

Immerhin weiß Vincent Price zu überzeugen. Doch leider hat der nur sehr wenige, kurze Auftritte, die scheinbar vollkommen unabhängig von den restlichen Dreharbeiten stattfanden. Auf unsere Hauptfiguren trifft er jedenfalls niemals. Ungewöhnlich ist auch die zwar trashige, aber blutige und durchaus originelle Darstellung der Morde. So wird ein Dosenöffner als Kopfentferner zweckentfremdet, ein Mann auf dem OP-Tisch quasi ausgeweidet, vom Blitz erschlagene Menschen als Fleischmatsch vom Straßenrand weggekehrt, einer Frau eine Axt in die Rübe gezimmert und vieles, vieles mehr. Das sieht zwar nicht so gut aus wie von Tom Savini getrickst, ist aber erstaunlich saftig geraten für eine Komödie. Auch der durchaus düstere Score unterstreicht mehr die Horror-Atmosphäre als den komödiantischen Teil.

An Bloodbath at the House of Death werden sich die Geister scheiden. Lachen kann wohl nur derjenige darüber, der auch heute noch beherzt bei der populären, britischen Comedy-Filmreihe Ist ja Irre… schmunzelt. Hier und da sind die Horrorelemente aber durchaus stimmig geraten. Stimmig ist auch mal wieder die Veröffentlichung aus dem Hause Lucky 7. Bild- und Tonqualität (Deutsch DTS-HD MA 2.0 / Englisch DTS-HD MA 5.1) sind gut, im Bonusbereich gibt es einen Audiokommentar, Trailer, Interviews, die Featurette Running the Bloodbath und eine Bildergalerie. Die Scanavo-Box wird im stabilen Schuber geliefert. Außerdem gibt´s einen Bierdeckel und ein Poster. Die ganze Chose ist auf 777 Stück limitiert.

OFDb Shop:

Lucky 7 Art Collection

Amazon Partner Links:

Prime Video

Zurück zur Startseite